Weiterhin Probleme am Hauptbahnhof

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Eine ältere Frau hatte schon vor Wochen direkt vor der Bahnhofsmission ihr Lager. Jetzt ist sie zurück, denn auch im Winternotprogramm im Container kam sie nicht zurecht.Foto: Grell

Lösung für Obdachlose nicht in Sicht

City. Erst ein paar Wochen ist es her, seit beschlossen wurde, den Hauptbahnhof komplett sauber zu halten. Herumliegender Müll sollte beseitigt werden, Raucher aus dem Blickfeld verschwinden, der extreme Geruch, der sich an einigen Stellen ausbreitete, behoben werden. Vor allem sollten keine Obdachlosen das Bild Hamburgs negativ beeinflussen, der Hauptbahnhof in seinem Zustand sei Image schädigend, hieß es und so wurde diese Idee für den Hauptbahnhof unverzüglich umgesetzt. Der Erfolg war zunächst erstaunlich. Schon zwei Tage später war belästigender Geruch wie weggefegt, der Müll verschwunden. „Perfekt“, fanden die meisten der Befragten den neuen Zustand am zentralen Bahnhof der Stadt. Heute, ein paar Wochen später, sieht die Realität schon wieder anders aus.
Die Bettler haben ihren Standort ein paar Meter vom zentralen Bahnhof entfernt verlegt und stehen jetzt auf der gegenüberliegenden Straßenseite direkt vor dem Schauspielhaus oder kurz hinter der Ecke beim Ohnsorg-Theater. „Die Obdachlosen verschwinden ja nicht einfach“, so ein Bewohner aus St. Georg, „sie gehen eben nur ein paar Schritte weiter“. Auf der citynahen Seite des Hauptbahnhofes, dort, wo es direkt in Richtung Weihnachtsmarkt geht, hat die Bahnhofsmission ihre Türen geöffnet. Genau daneben hatte viele Wochen lang eine ältere Frau ihr Lager aufgeschlagen. Im Zuge der Aktion für einen „sauberen Bahnhof“ musste auch sie ihre Sachen packen und wurde in das Winternotprogramm für obdachlose Frauen in einen der Container vor der Hochschule für Angewandte Wissenschaften aufgenommen. Das Zusammenleben mit den anderen Frauen dort gelang allerdings nicht und heute lebt sie wieder am Hauptbahnhof. Direkt gegenüber der Mönkebergstraße. Eine junge Frau reicht der Obdachlosen vor dem eigenen Einkaufsbummel zwei Euro. Schnell verschwindet das Geld in dem wärmenden Schlafsack. Eine Lösung scheint es für diesen Fall noch nicht zu geben. (kg)
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