Wie soll er nur heißen?

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Eine Hohenfelderin möchte, dass dieser Wegeinen Namen bekommt Foto: Timm
 
Annegret Krol bleibt dran – sie möchte, dass der Weg einen Namen bekommt Foto: Timm

Weg in Hohenfelde könnte alten Namen wieder bekommen – Politik blockt

Von Frank Berno Timm
Hohenfelde
Auf den ersten Blick ist es nur ein einfacher Weg, der von der Ifflandstraße zum Mühlendamm führt. „Feuerwehrdurchfahrt“ steht am Anfang, ein Straßenschild fehlt. Annegret Krol, selbst in der Nachbarschaft zuhause, wirbt mit anderen dafür, dass der Weg „Hohenfelder Park“ genannt wird. So hieß er nämlich schon einmal. Eine Anwohnerin, so ist es aus dem zuständigen Regionalausschuss zu hören, wünschte sich, dass der „Weg ohne Namen“ wieder einen solchen bekommt. Der Vorschlag „Hohenfelder Park“, so Ausschussvorsitzende Elisabeth Voet van Vormizeele (CDU), sei als nicht passend empfunden worden. Weitere Namensideen wolle man in den Fraktionen beraten, ein Ergebnis sei noch nicht gefunden – also steht weiter nur „Feuerwehr-einfahrt“ an der Ifflandstraße, mehr nicht.

Engagiert im Stadtteil


Im Gespräch mit Annegret Krol – sie hat an den Regionalauschuss geschrieben –
stellt sich schnell heraus, dass die Hoffnungen auf einen neuen Straßennamen schon länger gehegt werden. Die Hohenfelderin erwähnt den Arbeitskreis „Unser Stadtteil soll schöner werden“ als Quelle der Ideen, der Kreis ist ein Teil des Bürgervereins. Aus der Politik sei ein Signal gekommen, sich damit erst zu beschäftigen, wenn die Bauarbeiten auf dem Schulgelände geschafft sind. Dessen Eigentümer habe den Vorschlag gemacht, einen Architekten zu ehren, der hier mal gebaut habe. Hier ist vermutlich Albert Rosengarten gemeint. Annegret Krol findet das unlogisch: Alle Querstraßen ringsum seien nach Menschen „aus dem Theaterwesen“ benannt, auch Freimaurer seien dabei. Horst Schmidt (SPD) habe darauf hingewiesen, dass es ursprünglich hier zwei Wege mit Namen gab: den Hohenfelder Park und die Hohenfelder Terrasse, letztere gibt es, nur wenige Meter entfernt inzwischen wieder. Diese Vorschläge, sagt Annegret Krol, würde sie dann auch akzeptieren. „Dann kam die Nachricht – da ist kein Park“ – erinnert sich Annegret Krol an den Regionalauschuss und sie fragt sich, warum das Weglein nicht „Am Hohenfelder Park“ heißen könne. Die Hohenfelderin setzt sich kenntnisreich, mit Begeisterung und Energie für ihr Stadtviertel ein: Sie verfügt über einen Hamburger Stadtplan von 1928 (aus dem Archiv Hamburger Nahverkehr), der zeigt, dass es damals beide Straßen mit exakt diesen Namen (allerdings als Sackgasse) gab. Zu den weiteren Unterlagen, die Annegret Krol gesammelt hat, gehört die Beschlussvorlage der Wandsbeker Bezirksversammlung aus dem vorigen Jahr, in der es ebenfalls um den Namen für den kleinen Weg ging. Dort hieß es, das Staatsarchiv werde keinen weiteren Aufwand mehr betreiben herauszufinden, wie der Architekt Rosengarten mit Vornamen geheißen habe. Ein Blick in Ralf Langes Hamburger Architekturführer hätte genügt: Er hieß Albert Rosengarten – im Internet werden auch die Namen Albrecht und Abraham genannt. Der erwähnte, historische Stadtplan zeigt übrigens, dass am Mühlendamm einst das Oberaltenstift stand: Architekt war Albert Rosengarten. Die Ausschußvorsitzende Elisabeth Voet van Vormizeele teilte mit, dass die Beratungen zu dem Thema fortgesetzt würden. Ein endgültiges Resultat gebe es noch nicht.
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