„Wild-Pinkler“ nerven Anwohner von St. Georg

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Hinten den Mauern im Lohmühlenpark verrichten viele ihr Geschäft – es sind nicht die Hunde Foto: Grell

Besonders im Lohmühlenpark ist der Gestank kaum zu ertragen. Hinzu kommt der Müll, den einige Parkbesucher hinterlassen

St. Georg Überall dort, wo es keine öffentlichen Toiletten gibt oder diese nur gegen eine Gebühr von 30 bis 50 Cent zugänglich sind, werden die Menschen erfinderisch. Der Kreativität ist dabei kaum eine Grenze gesetzt. Im Lohmühlenpark fühlen sich die Besucher deshalb bereits so unwohl, dass die ersten jetzt Alarm schlagen. Ganz schlimm sei es im Lohmühlenpark mit den „Wild-Pinklern“, bedauern zwei Damen, die in einem Mehrgenerationenhaus direkt am Park wohnen und gern anonym bleiben möchten, weil sie bereits schlechte Erfahrungen im Gespräch mit den Verursachern gemacht haben. „Es sind nicht die Hunde“, betonen die Rentnerinnen, sondern die Menschen, die den Park als öffentliche Toilette benutzen. Das bestätigt auch Heiko Rehders, der weiß, dass viele einfach schnell hinter die Mauer am Bolzplatz springen. Er selber betreibt das kleine Café im Park direkt am Spielplatz, in dem die öffentlichen Toiletten untergebracht sind, die für Gäste kostenfrei sind, für alle anderen aber 50 Cent kosten. „Die Instandhaltung der Toilette kostet viele Tausend Euro im Jahr“, so Rehders Argument für den finanziellen Beitrag den Nutzer hier leisten müssen. Geplant wurde das Café Park Haus ursprünglich als Toilette mit Teehaus für die Besucher des Lohmühlenparks. „Es müsste ähnlich wie am Hansaplatz hier ein Pissoir geben“, meinen die Damen aus dem Wohnprojekt, denn nicht jeder habe Geld dabei und sei dann auch gewillt es für die WC-Nutzung auszugeben. Nachts, nach Ladenschluss, muss das Stille Örtchen geschlossen werden, damit dieses nicht als Übernachtungsstätte oder für den Konsum von Drogen missbraucht wird.

Probleme mit Müll


Auch der herumliegende Müll stört die Besucher des Parks. Heiko Rehders wird oft selber aktiv und sammelt die leeren Flaschen und Verpackungen ein. Die Stadtreinigung kommt zweimal in der Woche, im Sommer sogar viermal. Oft reiche das aber nicht aus, und „dann muss ich eben selber ran und hier ein wenig den Abfall zusammensuchen“. Anwohner Michael Resch, der gerne auf ein Picknick in den Park kommt, hat nicht so viel Verständnis mit den Müll-Verursachern. „Ich finde es einfach unglaublich, dass Menschen so viel Dreck hinterlassen“. Sein Appell sei die Errichtung eines Pissoirs auf der Höhe der Hundewiese, größere Mülleimer und auch mehr Verständnis für alle Menschen, die den Park mit dem Spielhaus und den beiden Spielplatzflächen nutzen möchten, ohne dabei Gestank ertragen zu wollen. (kg)
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 19.09.2016 | 06:21  
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