Wird der Rathausmarkt umgebaut?

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Wird für die Touristeninformations-Zentrale auf dem Rathausmarkt ein Neubau errichtet, müssen die grünen Pavillons wohl weichen. Fotos: Hörmann

Souvenier-Shops in Gefahr

Von Stefanie Hörmann
City. Den Pavillons auf dem Rathausmarkt droht möglicherweise das „Aus“. Die Wirtschaftsbehörde prüft, ob sie zu Gunsten einer zentralen Touristeninformation abgerissen werden.
„Wir sind noch in einem ganz frühen Stadium der Planung“, sagt Susanne Meinecke von der Wirtschaftsbehörde, „aber wir wollen auf jeden Fall eine zentrale Touristeninformation, im Umfeld des Rathauses wäre der Standort ideal.“ Geprüft werden auch andere Standorte, doch die in die Jahre gekommenen Pavillons sind vielen Stadtplanern ein Dorn im Auge, schon mehrfach wurde ihr Abriss diskutiert.

Shop-Besitzer in Angst

Die Verträge der Imbisse, Zeitungsstände und Souvenirshops unter den grünen Glaskonstruktionen sind vierteljährlich kündbar – die Angestellten fürchten um ihre Arbeitsplätze: „Wir haben doch schon genug Arbeitslose“, sagt Anika Gutschmidt „und die Touristen informieren wir auch gern, es geht ja bei uns nicht nur um das Verkaufen“. Andrea Endhart von CultCurrywurst verkauft seit 21 Jahren heiße Würstchen auf dem Rathausmarkt. Sie macht sich um ihre Zukunft große Sorgen. „Viele von uns sind älter als 50 Jahre, da geht der Weg doch direkt in die Arbeitslosigkeit.“ Die Wirtschaftsbehörde kann noch nichts darüber sagen, ob in dem neuen Konzept für den Rathausmarkt auch wieder Souvenirgeschäfte und ein Imbiss Platz haben, sollten die Pavillons der Touristen-Zentrale weichen müssen. In den nächsten Monaten wird es konkrete Pläne geben.

Das Geld ist da

Für die Finanzierung des Projekts sind schon Mittel gefunden, das Geld aus der Bettensteuer: „Die neue Touristeninformation soll ein Beispiel dafür sein, wie Hamburg dank der Einnahmen aus der Kultur- und Tourismustaxe konkrete, bislang nicht finanzierbare Projekte umsetzen kann.“ heißt es aus der Wirtschaftsbehörde. Der Tourismus in Hamburg boomt, die Stadt ist mittlerweile unter den Top Ten in Europa, hat jährlich über fünf Millionen Hotelgäste und noch einmal so viele Privatübernachter, hinzu kommen 110 Millionen Tagesgäste. Grund genug für die Wirtschaftsbehörde, den Gästen der Hansestadt mehr Service zu bieten. Bislang gibt es nur kleinere Touristenbüros, zum Beispiel an den Landungsbrücken. Jetzt will die Stadt mit anderen Metropolen gleichziehen und eine „zentral gelegene“ und „repräsentative Touristeninformation“ anbieten. (sh)
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