Wo das Geld fehlt

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Verfasste den Überschuldungsreport: Michael Knobloch Foto: iff/wb

Zehn Jahre Überschuldungsreport

Altstadt Über drei Millionen Haushalte und sechs Millionen Privatpersonen sind überschuldet. Von „Überschuldung“ spricht Michael Knobloch, wenn die Mittel zur Tilgung nicht ausreichen. Und das, obwohl der Arbeitsmarkt boomt. So steht es im „Überschuldungsreport“, den das Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen (iff) mit Sitz am Rödingsmarkt in der vergangenen Woche veröffentlichte. Arbeitslosigkeit und Einkommensarmut seien die häufigsten Auslöser für die Überschuldung von Privathaushalten, gefolgt etwa von Scheidung und Trennung, irrationalem Konsumverhalten und Krankheit. Trotz der Reform von 2014 zur beschleunigten Restschuldbefreiung seien Insolvenzverfahren von Verbrauchern rückläufig. Der zusammen mit der gemeinnützigen Stiftung „Deutschland im Plus“ erstellte iff-Report erscheint bereits zum zehnten Mal. Erstaunlich sei, dass die Überschuldung deutscher Haushalte ansteige – trotz eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums und der rückläufigen Zahl von Erwerbslosen. Zunehmende Beschäftigung „wirft aber offenbar für viele Menschen nicht genug ab, um ihren Lebensunterhalt vollständig bestreiten zu können“, erklären Institutsleiter Prof. Dr. Udo Reifert und Michael Knobloch.
Dazu passe der nach wie vor hohe Anteil an „Aufstockern“, die Arbeitslosengeld II, genannt Hartz IV, beziehen: Sie seien trotz ihrer Erwerbstätigkeit auf staatliche Unterstützung angewiesen. Wie sich der seit Januar eingeführte Mindestlohn auswirke, sei weiter kritisch zu untersuchen. So bleibe die Überschuldung als „eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung hochaktuell“, ebenso die Angebote zur Prävention der Stiftung „Deutschland im Plus“ mit ihren Aufklärungs- und Hilfsprojekten. Erfreulich sei, dass sich die Arbeitslosigkeit trotz Zuwanderung verringert. (wh)

Weitere Infos: www.iff-ueberschuldungsreport.de
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Rainer Stelling aus St. Georg | 10.12.2015 | 13:45  
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