Wo fahren sie denn....

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Marco Thielcke, Redaktions-Volontär Helm auf und los gehts, im Stadtverkehr haben Mopeds viele Vorteile.
 
Ziel am Fähranleger Fährdamm
 
Hamburger Flughafen Terminal 2: Startpunkt der Rallye an die Alster. Wer hier den besten Parkplatz hat, ist klar im Vorteil.

Wer ist schneller: Auto, Moped, Fahrrad oder HVV?

Stauwarnungen, Baustellen und verstopfte Straßen, Hamburger keinen ihre Straßen. Besonders in den Stoßzeiten, wenn zahlreiche Pendler sich auf den Hauptverkehrsadern aneinanderreihen wird es wieder knapp mit dem gemeinsamen Abendessen mit der Familie. Das Hamburger WochenBlatt testet für Sie die beste Alternative. Start ist der Hamburger Flughafen. Von Terminal 2 geht es dann Richtung Zentrum zum rund neun Kilometer entfernten Fähranleger Fährdamm. Der Startschuss fällt um 17 Uhr genau rechtzeitig für den einsetzenden Feierabendverkehr. Lesen Sie die spannenden Erlebnisberichte unserer mutigen Mitarbeiter und wählen selbst, welche die bessere Alternative ist.

Auf einer Schwalbe zur Alster


Fuhlsbüttel. Mein Gefährt ist das Moped. Doch nicht irgendein Moped, denn meine Schwalbe, Baujahr 1976, produziert in der DDR, bringt es noch auf stolze 70 km/h. Bei unserer kleinen Rallye vom Flughafen an die Alster, im Stadtverkehr, rechne ich mir hohe Chancen aus.
Die Vorteile für mein motorisiertes Zweirad liegen auf der Hand: wendig, spritzig und flink ist die KR51/1 aus dem ehemaligen VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Ernst Thälmann in Suhl. Umweltpunkte sammle ich mit meiner Schwalbe leider keine, dafür sorgt das Motorenöl, welches ich regelmäßig in den Tank gieße. Die Straßen füllen sich um diese Zeit mit Pendlern. Der Verkehr wird immer stockender. Die Alsterkrugchaussee, die Hauptachse meiner Strecke, ist jedoch gut befahrbar. Die Fahrt wird nicht von Baustellen unterbrochen und nur selten durch starken Verkehr verzögert. Vorbereitung, ist für Mopedfahrer das A und O. Besonders bei einer Wettfahrt im Sinne der Straßenverkehrsordnung kommt es vor allem auf den gewählten Weg zum Ziel an. Nachdem Karten- und Streckenführung fest stehen, kann ich mir noch die Pole-Position durch einen Parkplatz direkt vor dem Terminal 2 am Flughafen sichern. Ich fahre über die Alsterkrugchaussee, Tarpenbekstraße und Klosterstern Richtung Innenstadt.
Der Feierabendverkehr fängt gerade an die Straßen zu verstopfen. Aber ohne Navigationsgerät sehe ich davon ab, hektisch die Streckenführung zu ändern, um mich dann zu verfahren. Und siehe da, nach 24 Minuten komme ich als Erster am Ziel an. (mt)

Auf der Suche nach dem Kassenautomaten


Fuhlsbüttel. Siegessicher ging ich in diesen Wettstreit. Trotz Stauprognose lass ich mich doch nicht von einem Moped oder gar Fahrrad abhängen. Denkste! Die Nerverei beginnt, bevor ich überhaupt im Auto sitze.
Wie blöd muss man sein, um genau in das Parkhaus zu fahren, das gefühlte Marathon-Entfernung zu Terminal 2 hat. Egal. Jeder Gang macht schlank und so erreiche ich im Dauerlauf endlich mein Auto. Mist! Das Ticket. Wo war der Automat? Wieder raus, runter, nee, hier auch nicht. Wo ist das Ding? Da. Zum Glück Kleingeld. Wieder rauf und ab ins Auto. Satte zehn Minuten hat mich diese Aktion gekostet. Raus aus dem Parkhaus und auf die Alsterkrugchaussee. Ich überlege. Deelböge ist definitiv Stau wegen Dauerbaustelle. Also, abbiegen und Bebelallee fahren. Ich quäle mich durch Winterhude. Hier geht auch kaum noch was. Dann über Schleichwege nach Harvestehude und Richtung Parkplatz am Fährdamm. Geschafft! Kein Kollege in Sicht und auch noch Parkplätze frei. Als ich um die Ecke biege, sehe ich himmelblau. Nein, nicht in den Himmel, sondern auf die Schwalbe unseres Volontärs. Keck in erster Reihe geparkt. Den Sieg gönne ich ihm und parke nächstes Mal im richtigen Parkhaus. (bon)

Entspannt ans Ziel


ch schwöre auf öffentliche Verkehrsmittel, fahre mit Bus und Bahn auch zur Arbeit und komme meist entspannt am Ziel an. Für den Stautest entscheide ich mich daher sofort für die Bahn. Also eile ich am Hamburg Airport die Treppen zur S-Bahn-Station runter, vorbei an den Menschentrauben vor den Fahrscheinautomaten. Natürlich besitze ich eine Monatskarte. Die S-1 in Richtung Wedel steht bereits am Gleis. Mit großen Schritten steuere ich gleich den ersten Waggon an, nicht ahnend, dass es noch gut fünf Minuten dauern wird, bis der Zug sich in Bewegung setzt. Bis Ohlsdorf braucht der Zug vier Minuten. Ich muss den ganzen Bahnsteig zurücklaufen, die Treppe runter, dann nach links und gleich die nächsten Stufen wieder hoch.
Ein Blick auf die Anzeigetafel verrät mir, dass die U1 in zwei Minuten einlaufen wird. Gefühlt bin ich gut in der Zeit. Von meinem Fensterplatz aus betrachte ich die Stadt. Sengelmannstraße, Alsterdorf, dann Lattenkamp. An dieser Station glaube ich noch fest daran, vor meiner Auto fahrenden Kollegin am Parkplatz am Fährdamm anzukommen! Hudtwalckerstraße, Kellinghusenstraße, Klosterstern, endlich Hallerstraße. Ich stehe schon an der Tür, als die U-Bahn hält, drücke sofort den grünen Knopf, springe aus dem Wagen, laufe die Treppe runter und biege in die Hallerstraße ein. Jetzt schnell, auch weil dunkle Regenwolken aufziehen. Mist, die Ampel an der Kreuzung Mittelweg springt auf Rot. Ich wäre ja noch schnell rübergelaufen...
Als Letzte treffe ich am Fährdamm ein, leicht erhitzt, aber entspannt. Nur sieben Minuten länger als mit dem Auto habe ich für die die Strecke mit S- und U-Bahn gebraucht. Ein klares Argument für die öffentlichen Verkehrsmittel! (afr)

Warten an der Kreuzung


Leichtfüßig am Verkehrschaos vorbei. Ich bin ein Exot mit meinem Fahrrad am Hamburg Airport. Hier muss ich mich erst durchfragen, wo ich mein Rad parken darf. Kaum aber habe ich das Flughafengelände verlassen, verleiht mein Fahrrad mir dann Expertenstatus: „Wo geht’s denn zur Alsterkrugchaussee?“, fragt ein Herr mittleren Alters mit Rollenkoffer. Dahin bin ich auch unterwegs. Auf dem ausgebauten Radweg komme ich, wenn ich ordentlich in die Pedale trete, sogar schneller voran als die Autos neben mir. Allzu lange muss ich mir den Stress auf der Alsterkrugchaussee aber nicht geben. Ich nehme die nächste Abzweigung und schlängele mich durch zur Alster. Ich fahre an Kleingärten entlang, freue mich über die ersten reifen Kastanien, um die ich einen Bogen mache.
Dann gleich wieder Verkehrschaos: An der Baustelle Deelbögebrücke kommen die Autos nicht von der Kreuzung runter, lassen uns Radfahrer aber korrekterweise passieren. Auch wenn der Radweg – gerade um die Zufahrten zu den herrschaftlichen Häusern herum – ganz passabel ist, macht es an der Bebelallee nicht allzu viel Spaß, Rad zu fahren. Am Leinpfad ist dann endlich entspanntes Cruisen angesagt – mit Blick auf die Alster, die weißen Anwesen mit Türmchen und Erkern, die Lustpavillons am Wasser. Hier lässt es sich wohl nicht nur ganz gut leben, sondern auch Rad fahren. Von vereinzelten fahrenden und vielen parkenden Autos abgesehen, gehört der Leinpfad den Radfahrern – Radlers Paradise! An der Alster kann ich dann vollständig entspannt durch die Landschaft gleiten. Nach 7,6 Kilometern und 33 Minuten komme ich am Ziel an. Mir ist warm geworden, ich bin entspannt, ich lächele. (ag)
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