Worte verbinden die Menschen

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Gemeinsam im Supermarkt einkaufen oder Bahnfahren gehören zu den Ausflugszielen der Teilnehmer bei der Sprachbrücke Foto: Sprachbrücke
 
Auch gemeinsame Ausstellungsbesuche stehen auf dem Programm Foto: Sprachbrücke

Sprachbrücke Hamburg e.V. erhält Auszeichnung für Engagement

Hamburg Kommunikation braucht eine gemeinsame Sprache. Das ist für Menschen, die fremd sind in einem Land oft das erste große Hindernis, um sich zurechtzufinden. Wer im Supermarkt nicht nach den gewünschten Produkten fragen kann, bei Behördengängen die Formulare nicht versteht, beim Arzt nicht erzählen kann, wo die Probleme liegen und beim Bahnfahren nicht weiß, welche Fahrkarte er kaufen soll, der ist in seinem täglichen Alltag eingeschränkt und auf die Hilfe anderer angewiesen. Der Verein Sprachbrücke Hamburg hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die in der Stadt leben und über wenig Deutschkenntnisse verfügen, zu unterstützen. Ende Mai wurde der Verein im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2015 (siehe Infokasten) ausgezeichnet. „Momentan finden wöchentlich 45 Gesprächsrunden in ganz Hamburg statt“, erklärt Vereinsvorstand Annja Haehling von Lanzenauer, die aktuelle Lage. Überall verteilt gäbe es Angebote der Sprachbrücke, bei der Menschen, die die unterschiedlichsten Sprachen sprechen, gemeinsam auf Deutsch ins Gespräch kommen. Grammatik spielt dabei keine Rolle und nach jedem Thema wird das Erlernte auch gleich in die Praxis umgesetzt. Nach einer Woche rund um das Vokabular „Supermarkt“ geht es los zum gemeinsamen Einkaufen. „Unsere Angebote sind politisch und religiös neutral und selbstverständlich kostenfrei“, ergänzt Annja Haehling von Lanzenauer. „Sprache im Alltag“ ist eine Gesprächsrunde für erwachsene Zuwanderer mit einigen Deutschvorkenntnissen, die ganz unkompliziert ohne Vokabeln lernen und Grammatik pauken in gemütlicher Runde sprechen lernen sollen. Im Fokus stehen Alltagssituationen, in denen die Betroffenen ein paar einfache Dialoge benötigen. Die Teilnahme ist kostenlos und es gibt maximal zehn Teilnehmer in der Runde. Die Themen werden immer auf die Bedürfnisse der Teilnehmer abgestimmt. Von „Internationale Küche“ über „Wahrzeichen der Stadt Hamburg“ bis hin zu „Festlichkeiten“ oder „Handwerk“ kann über alles geredet werden, was Spaß macht und dem täglichen Sprachgebrauch hilft. Das Erlernte kann zudem in monatlichen kleinen Ausflügen praxisnah erprobt und Ängste beim Anwenden der neuen Sprache so überwunden werden. Damit baut „Sprache im Alltag“ eine Brücke von der Theorie zur Praxis. Alle Angebote werden von Ehrenamtlichen geleitet, die für diese Aufgaben speziell geschult und begleitet werden. 190 Ehrenamtliche sind zurzeit bei der Sprachbrücke aktiv. Interessierte, die sich ebenfalls ehrenamtlich dort engagieren möchten können sich jederzeit melden. (kg)

Sprachbrücke Hamburg, E-Mail: kontakt@sprachbruecke-hamburg.de, Telefon 2847 8998 oder www.sprachbruecke-hamburg.de

Aktiv für Demokratie und Toleranz:
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) hat im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ den Verein Sprachbrücke-Hamburg im Mai dieses Jahres für ihr vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz als Preisträger ausgewählt. Insgesamt wurden 65 Preisträger in dem bundesweiten Wettbewerb in einem feierlichen Festakt in Berlin geehrt und ausgezeichnet. Darunter auch das Projekt „Sprache im Alltag“ der Sprachbrücke. „Das gesamte Team freut sich über die große Anerkennung“, so Annja Haehling von Lanzenauer. Und weiter: „Vor allem aber sehen wir uns in unseren Aktivitäten bestätigt.“ Sprache im Alltag bringt Menschen verschiedener Herkunftsländer und Kulturen zusammen, um gemeinsam auf Deutsch über Alltägliches zu reden und sich auszutauschen. Fast 50 Angebote mit monatlich wechselnden Themen finden regelmäßig statt und das über das ganze Stadtgebiet verteilt.
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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 08.06.2016 | 09:14  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 09.06.2016 | 12:17  
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