Zu groß – Pavillon-Pläne geplatzt

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Hier werden auch künftig Souvenirs und Essbares verkauft. Einen Pavillon der Tourismuszentrale wird es auf dem Rathausmarkt nicht geben Foto: Hanke

Politiker und Planer wollen Neubau für Tourist-Information auf dem Rathausmarkt

Von Christian Hanke
City
Touristen werden auch künftig nur im Hauptbahnhof beraten. Der Plan der Tourismuszentrale, einen zweiten Standort im Herzen der Stadt auf dem Rathausmarkt einzurichten, hat sich zerschlagen. Aus finanziellen Gründen, so die für die Tourismuszentrale zuständige Wirtschaftsbehörde, die sich einen Pavillon unter den Rathausarkaden vorgestellt hatte, der sich durch die Einbindung von Partnernunternehmen selbst trägt. Das Nutzungskonzept sollte „ein ausgewogenes Kosten-Nutzen-Konzept“ beinhalten. Das wäre aber nur möglich gewesen, wenn das Gebäude für die Tourismuszentrale deutlich größer ausgefallen wäre als die derzeitigen Pavillons für Souvenirs und Essbares. Eine solche Vergrößerung aber lehnte die Stadtentwicklungsbehörde, insbesondere der Oberbaudirektor, ab: zu groß, sprengt die Dimension des Platzes. Auch das Denkmalschutzamt war dagegen. „Es gab auch ein urheberrechtliches Problem. Die Pavillons gehören zum Ensemble der Rathausarkaden, deren Architekten zu Veränderungsplänen der Pavillons gehört werden müssen“, erläutert der Sprecher der Stadtentwicklungsbehörde, Magnus-Sebastian Kutz. Die Architekten sprachen sich ebenfalls gegen einen größeren Pavillon unter ihren Arkaden aus. Da sie in der Jury saßen, die über die Architektenentwürfe für einen Tourismuspavillon auf dem Rathausmarkt entschied, wurden diese abgelehnt. Hamburg Tourismus fasste zusammen: „Die im laufenden Planungsverfahren eingereichten Architektenentwürfe haben die Rahmenbedingungen und nicht zuletzt die Einschränkungen des Standorts deutlich aufgezeigt.“ Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Dirk Kienscherf merkt auch an, dass sich keine geeigneten Bewerber für die Mitnutzung eines großen Pavillons gefunden hätten.
Die CDU kann nicht nachvollziehen, warum der Plan der Tourismus-Zentrale gescheitert ist. „Die Stadt scheint sich an die großen Plätze nicht mehr ranzutrauen“, argwöhnt der Stadtentwicklungsexperte der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Jörg Hamannn. Kienscherf sieht dagegen in der Absage an den Rathausmarkt auch eine Chance für andere Orte in der Innenstadt. Er findet es sogar gut, wenn Besucherströme dorthin und nicht alle auf einen zentralen Platz gelenkt würden.
„Man muss den Rathausmarkt nicht überfrachten. Es ist gut, sich andere Flächen in der City anzugucken“, findet der SPD-Abgeordnete. Das will die Tourismus-Zentrale nun auch tun, auf dass der Besuch der Informationsstelle in zentraler Lage „ein Erlebnis für Hamburger und die jährlich 95 Millionen Gäste aus dem In- und Ausland“ sein wird.
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