Affront gegen SUCH(T)- UND WENDEPUNKT e.V.

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Vorstand Schünemann rügt angekündigte Promille-Show auf TELE 5

Hamburg (mk) „Stimmt – hier mache ich Theater“, bestätigt Ralf Schünemann, Vorstand des SUCH(T)- UND WENDEPUNKT e.V., die Befürchtung von Hugo Egon Balder. Dieser hatte bei einer der Ankündigungen seiner Promille-Show auf TELE 5 zum Besten gegeben: „Natürlich wird es wieder Theater geben und die Leute werden sagen, da wird der Alkohol verherrlicht“. Für den Hamburger Verein ist die Thematik kein Spaß. Schließlich kümmert er sich um die betroffenen Kinder von Alkoholikern.


„Der Klügere kippt nach“ heißt die neue Talkshow, bei der Balder für die stets gefüllten Gläser seiner prominenten Gäste sorgen wird. „Auch wenn in dieser Show nur B-Prominenz und Yesterday´s Heroes für die – wie auch immer geartete – Attraktivität des Formates sorgen werden, ist dieser Rummel ein fatales Signal“, so Schünemann. Der Vereinsvorstand weigert sich, die oberlehrerhafte Spaßbremse zu spielen: „Es gibt unbestritten alkoholische Genussmittel! Diejenigen, die das wissen, kippen aber nicht nach und schießen sich so die Lichter aus.“ Balders Scheinargument: „Alkohol ist nun mal erlaubt ab 18, da kann ich auch nichts dafür“, lässt er so nicht gelten. „Der exzessive Gebrauch von Alkohol produziert Opfer im Kindesalter – für so etwas brauchen wir nicht auch noch eine Showplattform!“

Der SUCH(T)- UND WENDEPUNKT e.V. betreibt Suchtberatung und Hilfe für Kinder von Alkoholkranken. Diesen Kindern einfach zur Seite zu stehen bedeutet oft, den Suchtkreislauf zu durchbrechen. Da der größte Risikofaktor für eine spätere Sucht darin besteht, Kind eines suchtkranken Elternteils zu sein, kann dem Nachwuchs so der Einstieg in die Abwärtsspirale erspart werden. Der Verein erlebt es täglich, dass die familiäre Suchterkrankung als Familiengeheimnis unter allen Umständen von den Kindern geheim gehalten werden soll. Wenn Kinder ihre Situation als unerträglich erleben, werden sie von ihren Eltern oft durch Drohungen daran gehindert, sich Hilfe zu suchen. Der erste Kontakt mit dem SUCH(T)- UND WENDEPUNKT e.V. kommt daher in der Regel über die anonyme Notrufnummer 0800 280 280 1 zustande.

Der Verein betreibt Information in der Öffentlichkeit, in Institutionen, Verbänden und Firmen, Beratung von Eltern, Sorgeberechtigten, Kindern und Jugendlichen, Angehörigen, Bezugspersonen, sowie allen Berufsgruppen und Menschen, die an Suchtprävention und Suchttherapie interessiert sind. Er sorgt für die Behandlung von Suchtkranken und von der Suchtkrankheit bedrohten Menschen, sowie deren Familien und Angehörige, insbesondere ihrer Kinder. Er ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) und fester Kooperationspartner der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg.
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