Mit Herz und Verstand für Kinder

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Cornelia Krog möchte Erste-Hilfe-Kurse am Kind für Ehrenamtliche anbieten Foto: wb

Cornelia Krog ist Mitbegründern des „Babymobils“ und darüber hinaus ehrenamtlich tätig

St. Georg. Unzählige durchgefrorene Menschen sitzen im Hauptbahnhof um den Stand der Flüchtlingshilfe herum. Helfer versuchen alles zu koordinieren. Fragende Augen, schreiende Kinder – wohl jeder, der im letzten Jahr oder zu noch zu Beginn dieses Jahres durch die Wandelhalle im Hauptbahnhof gelaufen ist, kennt dieses Bild.

Jeden Tag kamen unzählige Flüchtlinge in Hamburg an – viele davon auf der Durchreise, sogenannte Transitflüchtlinge. Oft warteten diese viele Stunden, darunter auch Frauen mit Kindern. Als Cornelia Krog dieses Bild sieht, will sie helfen: „Die Frauen hatten am Bahnhof keinen Ort, an dem sie ihre Kinder versorgen konnten. Da wollte ich etwas tun“, erzählt sie.

Anderen helfen, das gehört für die fünffache Mutter einfach dazu. Seit die Kinder aus dem Haus sind, engagiert sie sich ehrenamtlich. Mal als Nachhilfelehrerin, mal in den unterschiedlichsten Einrichtungen. „Ich wollte mit der freien Zeit, die ich zur Verfügung hatte, etwas Sinnvolles anstellen“, erklärt die 62-Jährige. Cornelia Krog schaute sich vor Ort am Bahnhof um, will sogar einen eigenen Wohnwagen aufstellen. „Ich habe nichts geeignetes gefunden, kannte mich mit den ganzen Verordnungen gar nicht aus“, erklärt Krog.

Zusammenarbeit mit dem HVV

Ende September des vergangenen Jahres spricht sie mit dem HVV, der einen Wagen für die Flüchtlinge am Bahnhof platziert hat. Die Zuständigen zeigen sich sofort begeistert und möchten helfen. Sie stellen Cornelia Krog einen Platz im Bus zur Verfügung. Das Babymobil war geboren. „Mit Carmen Eickholt, Kinderärztin, und Neele Jambor, Webdesignerin, haben wir gemeinsam das Babymobil aufgebaut. Ohne diese beiden engagierten und großartigen Frauen hätte ich es nicht geschafft. Wir hatten in der Zwischenzeit über soziale Netzwerke und aus dem Bekanntenkreis schon weitere Freiwillige gefunden, die sich am Projekt beteiligen wollten.

Zusammen haben wir alles besorgt, was wir brauchten und ab dem 1. Oktober konnten wir das Babymobil öffnen“, erzählt sie. Windeln, Wickeltisch, Bastelsachen für die großen Kinder und vor allem einen Platz, um sich einfach mal auszuruhen – das Babymobil tut alles, um es den Frauen so angenehm wie möglich zu machen. „Die Familien waren wochenlang unterwegs, haben teilweise in der Kälte unter freiem Himmel übernachtet. Hier hatten sie einfach mal Zeit für sich und ihre Kinder“, so Krog.

Jeden Tag wird von nun an ab 10 bis 23 Uhr das Babymobil geöffnet – zunächst im Wagen des HVV, als dieser nicht mehr zur Verfügung steht, zieht das Babymobil, das mittlerweile zu einem Projekt des Kinderschutzbundes geworden ist, ins Zelt der Parität und schließlich mit ins Bieberhaus am Heidi-Kabel-Platz. Hier wechseln sich die mittlerweile über 200 freiwilligen Helfer mit der Kita ab. „Die Erzieher der Kita waren immer bis 15 Uhr da, dann haben wir bis 22 Uhr übernommen“, so Krog.

Ende des Babymobils

Im Februar verkürzt das Bieberhaus seine Öffnungszeiten. „Durch die Schließung der Balkanroute und das Abkommen mit der Türkei kommen fast keine Transitflüchtlinge mehr nach Hamburg. Daher wurden so lange Öffnungszeiten und das Babymobil nicht mehr benötigt. Die Mitarbeiter des Teams übernehmen jetzt andere Aufgaben, bauen zum Teil Kinderbetreuungsangebote in den ZEAs auf“, erklärt Cornelia Krog. Doch aufhören – das kommt für die Hamburgerin nicht in Frage. Neben ihrer Tätigkeit als Nachhilfelehrerin, mit der sie schon einigen Flüchtlingen ins Abitur geholfen hat, plant sie, in Zusammenarbeit mit der „Kinderfee Hamburg“ und ihren Kolleginnen Carmen Eickholt und Neele Jambor, Erste Hilfe-Kurse-am-Kind für ehrenamtlich Tätige in der Flüchtlingshilfe anzubieten. (tal)
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