Zusammen stark

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Zehn von 13 Aktiven haben sich im Amalien-Stift in der Brennerstraße zusammengefunden und helfen sich gegenseitig Foto: Grell

„Crash 13“: Senioren im Amalienstift sind füreinander da

Von Karen Grell
Hamburg. Wo ältere Menschen leben, da ist nur der Pflegedienst Ansprechpartner für alle Sorgen der Senioren? Hier nicht: Im Amalienstift in der Brennerstraße hat sich eine Gruppe von Senioren zusammengefunden, die sich „Crash 13“ nennt und untereinander hilft, wo Probleme auftreten und vor allem für Geselligkeit sorgt. Unter diesen Senioren ist Einsamkeit kein Thema.
13 Frauen und Männer, alle zwischen 70 und 80 Jahre alt, treffen sich fast jeden Abend, veranstalten immer donnerstags ein gemeinsames Frühstück und sind für den anderen da, ob nun mit oder ohne bestimmten Anlass.
„Wir halten eben noch zusammen“, lacht Michael Schulz vom Vor-Ort-Büro, der zu den Gründern der Gruppe gehört. Was verbindet diese 13 Senioren? „Wir haben alle ein bewegtes Leben hinter uns“, erklärt Werner Hartmann. Hier treffen alle aufeinander, daher der Name Crash. Hartmann war 15 Jahre lang mit einer Disko selbstständig. Eine Spitzenköchin, ehemalige Firmenchefs, ein Sozialarbeiter und eine Porzellanfachverkäuferin gehören ebenfalls zur Runde. „Irgend etwas Interessantes gibt es immer zu erzählen“, schmunzelt Daggi, die als Köchin auch schon mal an die anderen Essen verteilt. „Es macht einfach Spaß, füreinander da zu sein“.
Die Gruppe Crash 13 gibt es seit etwas über einem Jahr. „Wir treffen uns fast täglich“, nickt Michael Schulz, der einst Schulleiter im Osten und dann noch viele Jahre als Selbstständiger unterwegs war. Sie alle verbindet die Liebe zu Hamburg und die Lust am Leben kombiniert mit dem Älterwerden.
Deshalb geht es auch regelmäßig ins Theater oder Kino und an manchen Abenden auch zu einem gemeinsamen Vortrag über ein selbstgewähltes Thema. Gesunde Ernährung kann dann im Fokus stehen oder auch mal ein wenig Aberglaube bei einem Vortrag über Engel. „Da hört man dann einfach zu“, lacht Manfred Kansnitz. Wer frisches Brot aus Ohlstedt haben möchte, der muss Harald ansprechen und rechtzeitig Bescheid sagen, denn einmal in der Woche fährt er mindestens mit dem Rad von der Stadtmitte in den östlichen Teil Hamburgs und bringt dann Brote auf Bestellung mit.
„Da würden wir doch gar nicht alle hinkommen“, weiß Dagmar, die schon mit dem Kochen und Backen ausgelastet ist. Kosten für Zusammenkünfte und gemeinsame Abendessen werden unkompliziert geteilt und überhaupt scheint die so lästige Bürokratie an der Crash 13 vorbeigeschrammt zu sein. „Alles ist hier spontan und doch verlässlich“. Als nächstes soll es ins Theater gehen, das Stück heißt „ Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“. Schon bei Bekanntgabe dieses Ausflugs fangen alle zu schmunzeln an. Hier könnte das niemandem passieren. „Unser Platz ist in der Brennerstraße in der Villa Hügel bei uns ‚Wilden 13‘.“
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