Hamburg: Schlag gegen Islam-Vereinigung

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Auch in Hamburg ein bekanntes Bild: Koran-Verteilung in der Innenstadt Foto: LfV

Verbot von salafistischer Organisation und Koran-Verteilaktionen

Hamburg-City Mit einer bundesweiten Razzia geht die Polizei gegen die dschihadistische Szene in Deutschland vor. Auch in Hamburg gab es Durchsuchungen. Hier standen die Räume der Taqwa-Moschee in Harburg im Fokus. Die Aktion richtet sich gegen die deutschlandweit agierende, salafistische Organisation „Die wahre Religion“ (DWR). Sie tritt vor allem durch Koran-Verteilaktionen in deutschen Innenstädten in Erscheinung. Auch in Hamburg traten Salafisten der Kampagne „Lies! Stiftung“ an prominenten Orten wie dem Jungfernstieg oder der Spitaler Straße auf. Mit dem Verbot der Organisation durch Innenminister Thomas de Maizière am Dienstagmorgen können Kommunen nun diese Stände verbieten. „Die heutige Aktion ist ein wirkungsvoller Schlag gegen die dschihadistische Szene und ein Zeichen für unsere wehrhafte, abwehrbereite Demokratie“, sagt Hamburgs Innensenator Andy Grote. „Das heutige Verbot ist Rückenwind für unsere harte Hamburger Linie gegen gewaltorientierte extremistische Fanatiker, die eine Gesellschaftsordnung errichten wollen, die mit unserer freiheitlichen Grundordnung nicht das Geringste zu tun hat“, so Grote weiter. Laut Hamburgs Innensenator haben Verfassungsschutz, Polizei und Mitarbeiter der Innenbehörde seit Monaten an dem Verbot gearbeitet. Speziell auch Erkenntnisse aus Hamburg haben dazu beigetragen, dass die DWR bundesweit verboten werden konnte. Innensenator Grote verfolgt seit Langem eine härtere Linie gegen Salafisten. So gab es in Hamburg bereits seit Mai keine Koran-Verteilaktion. Insgesamt lehnte die Behörde in diesem Jahr mehr als 30 Anträge ab. Laut Innenbehörde konnte den einzelnen Anmeldern Verbindungen zur dschihadistischen Szene nachgewiesen werden. Wie gefährlich die Verteilaktionen sind, zeigen Zahlen des Bundesinnenministeriums. Demnach seien 140 Jugendliche, die der DWR nahe standen, bereits nach Syrien oder den Irak ausgereist, um vermutlich an der Seite der Terrororganisation Islamischer Staat zu kämpfen. In Hamburg reisten rund 70 Jugendliche in das Kriegsgebiet aus. Von ihnen wurden ebenfalls mehrere bei Verteilaktionen gesehen. (mdt)
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