Silvesternacht in Hamburg: die Bilanz der Polizei

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Silvesternacht in Hamburg: Die Polizei musste rund 950 Mal ausrücken. Im Vergleich zum Vorjahr verlief der Jahreswechsel aber weitgehend friedlich Symbolfoto: thinkstock
Hamburg: Große Freiheit |

950 Einsätze, Straßensperrungen, Platzverweise, aber weniger Anzeigen wegen sexueller Übergriffe

Hamburg Nach den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/2016 und der erneuten Möglichkeit von massenhaften sexuellen Übergriffen und einen möglichen Terrorgefahr setzte die Stadt Hamburg beim jüngsten Jahreswechsel auf mehr Polizeikräfte, mehr Kameras und Absperrungen (das Wochenblatt berichtete). Trotz zahlreicher Einsätze und zeitwilligen Absperrungen von Straßenzügen wegen hoher Besucherzahlen verlief der Jahreswechsel in der Hansestadt weitgehend friedlich und ohne gravierende Zwischenfälle. So konnte im Vergleich zum Vorjahr beispielsweise im Bereich der Großen Freiheit im Hamburger Stadtteil St. Pauli eine Überfüllung durch zu viele Menschen und den damit möglichen Straftaten verhindert werden, so die Polizei in einer Mitteilung. Laut Polizeiangaben mussten die Ordnungshüter zwischen 21 und 6 Uhr zu 950 Einsätzen ausrücken.

Tausende Besucher

Zu den polizeilichen Einsatzschwerpunkten in der Stadt gehörten das Vergnügungsviertel St. Pauli und Bereiche des Jungfernstiegs. Zudem wurden im Bereich der Landungsbrücken zahlreiche Straßen für den Autoverkehr gesperrt. Die Fußgängerbrücke am Bahnhof Landungsbrücken wurde wegen der hohen Besucherzahlen um 23.32 Uhr geräumt und um 0.11 Uhr von der Polizei wieder freigegeben. Zwischen 23.44 und 0.18 Uhr hielten die U- und S-Bahnen an der Station Landungsbrücken nicht an, sondern fuhren durch. Grund war auch hier das hohe Personenaufkommen. Bis zu 10.000 Besucher waren im Bereich Landungsbrücken/Hafenrand unterwegs. Auch der Jungfernstieg wurde zwischen 0.23 und 0.43 Uhr wegen des hohen Besucheraufkommens zeitweilig für den Straßenverkehr gesperrt. Hier waren laut Polizei zu den Spitzenzeiten in der Silvesternacht 4.000 Menschen unterwegs.

Großeinsatz auf St. Pauli

Wegen der vielen Besucher musste die Große Freiheit auf St. Pauli ebenfalls mehrfach gesperrt werden. Insgesamt drei Mal riegelte die Polizei die Große Freiheit für den Fußgängerverkehr ab, um eine unkontrollierbare Überfüllung wie im Vorjahr zu verhindern. Zu den Spitzenzeiten waren rund 45.000 Besucher in St. Pauli unterwegs. Bei den Einsätzen musste die Polizei 75 Platzverweise erteilen und 100 Strafanzeigen ausfertigen. Ein Aufenthaltsverbot wurde gegen 57 Menschen ausgesprochen. 27 Personen wurde in Gewahrsam genommen und 12 weitere Menschen wurden vorläufig festgenommen. Bei Straftaten handelte es sich laut Polizei meist um alkoholbedingte Delikte wie etwa Körperverletzungen. Nach derzeitigem Stand wurden zudem 14 Anzeigen wegen Beleidigung auf sexueller Basis vorgenommen. Gegen 10 Tatverdächtige wird ermittelt.

Einsatzschwerpunkt Jungfernstieg

Im Bereich der Alster konzentrierten sich die Polizeiaktivitäten auf den Bereich des Jungfernstiegs. Auf die dort teilweise vorherrschende aggressive Stimmung unter den Besuchern, überwiegend mit Migrationshintergrund, reagierten die Einsatzkräfte offensiv, so die Polizei Hamburg. Kontrollen und Platzverweise beruhigten die Situation und Stimmung, gegen 1.30 Uhr waren nur noch 350 Menschen in dem Bereich unterwegs.

Bilanz der Bundespolizei

Auch die Bundespolizei setzte in der Silvesternacht auf verstärkte Präsenz. In den Einsatzschwerpunkten am Hamburger Hauptbahnhof sowie den S-Bahnstationen Reeperbahn, Landungsbrücken und Jungfernstieg waren rund 120 zusätzliche Bundespolizisten im Einsatz. Zudem wurden am Hauptbahnhof und an der S-Bahnhaltestelle Landungsbrücken mobile Wachen aufgestellt. Ein Hauptproblem war die hohe Zahl von alkoholisierten Menschen. Polizeiliche Maßnahmen wie Personenüberprüfungen, Platzverweise und Gefährderansprachen kamen hier zum Einsatz. Die Bundespolizeiinspektion Hamburg registrierte zahlreichen Straftaten in den Bereichen Körperverletzung, Taschendiebstahl, Verstoß gegen das Waffengesetz sowie Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte. Anzeigen wegen sexueller Beleidigungen oder Belästigungen wurden bei der Bundespolizei nicht vorgenommen. (ngo)

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