Das Aus für Costa Kiesa?

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Einst als Naherholungsziel für die Dörfler gedacht, entwickelte sich die Costa Kiesa zum Hotspot für Feier-Rowdys aus Hamburg und Umgebung Foto: Blume
Tangstedt: Costa Kiesa |

Haushaltsloch zwingt Gemeinde Tangstedt zum unpopulären Sparen

Von Claudia Blume
Tangstedt
Wird im kommenden Sommer das offizielle Baden an der beliebten Costa Kiesa verboten? Die Wahrscheinlichkeit besteht, denn die Gemeinde Tangstedt muss sparen – das Haushaltsloch beträgt 747.000 Euro. Der Etat für Sicherheitsdienst und DLRG wurde auf 10.000 Euro zusammengestrichen. Im Vorjahr betrug er stattliche 76.000 Euro. „Wir können uns den Badesee schlichtweg nicht mehr leisten“, stellt Dr. Hans-Detlef Taube (FDP) fest, „jedoch haben wir auch keine Verpflichtung, ihn weiterhin der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“ Das 100 Hektar große Areal gehört dem benachbarten Kiesunternehmen Eggers. Mit ihm schloss die Gemeinde 1990 eine Vereinbarung für die Übernahme einer offiziellen Badestelle. Schilder mit „Baden verboten!“ aufzustellen, wird jedoch kaum reichen, auch nicht den Zugang mit Zäunen und Erdwällen zu erschweren. „Wer zum See will, findet einen Weg – das Gelände ist zu weitläufig. Zudem sind wir in der Verkehrssicherungspflicht Wanderwege zu pflegen und Rettungswagen eine freie Zufahrt zu ermöglichen“, erklärt Jürgen Lamp (CDU).

Zu wenig Geld für Sicherheit


„Mit 10.000 Euro sind Ordnung und Aufsicht in diesem Sommer nicht gewährleistet. Polizei und Feuerwehr werden viel zu tun haben, um das bekannte Chaos einzudämmen“, prognostiziert der Leiter der fraktionsübergreifenden AG Costa Kiesa. Wird Müll nicht eingesammelt, könnte eine Rattenplage drohen. Auch die Vereinbarung mit Eggers aufzuheben, wie in der Gemeindevertretung vorgeschlagen, ist nicht ohne weiteres möglich. Zumal die nicht einseitig kündbar sei, wie Geschäftsführer Ralf Eggers betont. „Auf Basis der aktuellen Situation möchte ich die Badestelle nicht übernehmen“, sagt der Unternehmer. Er sieht in dem reizvollen Areal großes Potenzial und hatte 2016 bereits Ideen eines Landschaftsplaners vorgestellt. Doch als Grundlage müssten zunächst Änderungen im Flächennutzungsplan erfolgen – bisher Fehlanzeige. „Das Tempo in Politik und Verwaltung könnte flotter sein“, wünscht sich Eggers. Jürgen Lamp schlägt vor, überregional in Anzeigen nach Investoren zu suchen, um den Badesee für alle zu erhalten. Am 8. März beschäftigt sich der Zentralausschuss mit der Zukunft der Costa Kiesa.

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