Grundsatzbeschluss zur Einführung einer Pferdesteuer in Tangstedt

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Die Gemeinde Tangstedt hat ein Problem. Die Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2016 weist nach dem ersten Nachtrag einen Fehlbetrag in Höhe von rd. 900 T€ aus. Ungeachtet dessen hat die Gemeinde zum Ankauf von Grundstücken 6,4 Mio € Neuschulden aufgenommen. Zur Finanzierung soll die Erhebung einer Pferdesteuer beitragen. Ca. 700 Pferde sind betroffen. Hierzu hat die Gemeindevertretung Tangstedt in der Sitzung vom 21.06.2016 einen Grundsatzbeschluss gefasst. Bisher ist allerdings noch unklar, in welcher Höhe die Steuer überhaupt einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung von Tangstedt leisten könnte. Zugestimmt haben die Gemeindevertreter der SPD und der Bürgergemeinschaft Tangstedt (BGT) gegen die Stimmen von CDU und FDP.
Nicht nur die Pferdebesitzer sind empört wegen der Besteuerung ihres Sports. Keine andere Sportart wird besteuert. Viele Reiter sind nicht so wohlhabend, dass diese die Steuer leicht tragen könnten. Irritiert sind die Reiter insbesondere über die Zustimmung der BGT. Diese zählt den sparsamen Umgang mit Haushaltsmitteln und nicht die Schaffung neuer Haushaltsmittel, den Erhalt des dörflichen Charakters sowie den Erhalt von Natur und Landschaft zu den erklärten Zielen. Die Belastung der ländlichen Reitbetriebe erscheint den Reiter mit diesen Zielen nicht vereinbar. Die betroffenen Reitstallbetreiber und die dort Beschäftigten sind in Sorge. Zu deren Lasten wirkt sich die Steuer am Ende aus. Die Mehrbelastung der Einsteller durch die Steuer wird die Reitställe in Tangstedt im Wettbewerb zu Anbietern außerhalb von Tangstedt benachteiligen. Zumindest der eine oder andere Reiter wird sein Pferd zukünftig in einem Stall außerhalb von Tangstedt einstellen. Das wird die Einnahmen der Reitställe drücken, was sich auch auf die Beschäftigungslage in den Betrieben auswirken kann. Es wäre mehr als schade, wenn etwa der schöne Gutsbetrieb Tangstedt im Dorfbild unterginge. Es beträfe ein prägendes Element der Geschichte der Gemeinde, dessen Wappen aus dem Wappen des früheren Besitzers des Gutes, Graf Holmer, entlehnt ist.
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