Ausstellung „Verfrachtet“ im Jenfeld-Haus

Wann? 15.12.2016 bis 31.12.2016

Wo? Charlottenburger Str. 1, Charlottenburger Str. 1, 22045 Hamburg DE
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Eine Ausstellung für Augen, Ohren und Nase: Elke Gäth zeigt Gewürze, die für andere Kulturen typisch sind Foto: nik
 
Die Bilder zeigen das – auch fröhliche – Alltagsleben in einer Containerunterkunft Foto: nik
Hamburg: Charlottenburger Str. 1 |

Ein Leben in Containern: Künstlerinnen erzählen die Geschichten von Flüchtlingen in Hamburg

Von Nicole Kuchenbecker
Jenfeld
„Verfrachtet“ heißt die Dokumentation in Fotos und Tönen über Menschen, die als Flüchtlinge nach Hamburg Wandsbek an die Litzowstraße kamen. Gemeinsam hielten Theaterpädagogin Ulrike Krogmann und die sich in der Flüchtlingshilfe engagierende Elke Gäth das „Containerleben“ der Menschen fest. Das war 2015. Bis auf weiteres zeigt nun das Jenfeld-Haus die spannende und gleichzeitig sensible Ausstellung. Ein Heimspiel für die Künstlerinnen.

„Integration wird gelebt“

„Wir leben nicht in Paralellwelten“, sagt Elke Gäth, „Integration wird gelebt“. Und wie das geschehen kann, zeigen die zwei Frauen mit ihrer Ausstellung, aber auch mit ihrem persönlichen Engagement in der Flüchtlingsarbeit. „Verfrachtet“ war als Wanderausstellung konzipiert worden, wurde im Kulturschloss Wandsbek gezeigt und gelobt. Es wurde im vergangenen Jahr dann aber ruhiger um die Dokumentation, die sich mit der Flucht zweier völlig unterschiedlicher Menschen beschäftigt. Elemente des Hafens, hörbare Atmosphäre und Zitate, verarbeitet an Hörstationen; Gewürze, Bücher und Bilder vereinen die Arbeit der beiden Frauen. Und obwohl die Ausstellung in einer Folgewohnunterkunft 2014/2015 entstand, hat sie an ihrer Aktualität nichts eingebüßt. Im Gegenteil.

Projekte mit Flüchtlingen

Es geht um Nächstenliebe. „Wie begegne ich meinen Mitmenschen?“, fragt sich die Jenfelderin Elke Gäth, die sich als Ehrenamtliche Koordinatorin seit Sommer 2015 im Jenfelder Moorpark einbringt. Zu zeigen, wie Menschen auf sechs Quadratmeter Wohnfläche leben, regt dabei zum Nachdenken an. Obwohl die Fluchterfahrung die Menschen miteinander verbindet, sei es wichtig, immer die Einzelgeschichte des Geflüchteten zu kennen, sagt Ulrike Krogmann, die als Sozialpädagogin auch Theater-Projekte mit Flüchtlingen betreut. Das Fest im Moorpark im Juli diesen Jahres brachte dann den Impuls, die Ausstellung der Jenfelderin und der in Barsbüttel lebenden Theaterpädagogin in den Stadtteil zu holen. Im Jenfeld-Haus konnten die Gäste des Herbstfestes erstmals einen Blick auf die Exponate werfen (das Wochenblatt berichtete).

Beitrag zur Integration

„Wenngleich das Jenfeld-Haus keine Ausstellungsherberge ist, weil die zur Verfügung stehenden Wände und Flächen nicht ausreichen oder nicht geeignet sind, Exponate zu zeigen, so ist es Ulrike Krogmann und Elke Gäth trotzdem gelungen, ihr Konzept „Verfrachtet“ mit Photographien und Tönen im Altbau der sogenannten Weißen Villa des Jenfeld-Hauses platzieren zu können. Und dies in einem Raum, der vormittags ausschließlich von Menschen genutzt wird, die einen Migrationshintergrund haben“, sagt Olaf Schweppe, Geschäftsführer des Jenfelder Kulturzentrums, „ es liegt nahe anzunehmen, dass der Titel der Ausstellung bei aller Härte dieser Wahrheit für ein Haus der Kultur und Begegnung stimmig ist. Und wenn wir nun die Ausstellung bis auf Weiteres bei uns zeigen können, ist das ein Beitrag zur Integration, zum Dialog zwischen Neuankömmlingen und denen, die hier bereits verwurzelt sind.“

„Verfrachtet“: Auch Schulklassen und interessierten Gruppen steht die Ausstellung offen. Die zwei Künstlerinnen bieten dazu Führungen nach Absprache an. Termine können per E-Mail unter elkegaeth@gmx.de mit Elke Gäth direkt abgestimmt werden.
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