„Drittelmix reicht nicht“

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Hamburg: Schöneberger Straße 44 | Linke und Hamburger Mieterverein: Mehr bezahlbarer Wohnraum

Hohenhorst „Wir wollen eine Stadt für alle“, sagte Julian Georg beim Frühjahrsempfang seiner Linken-Fraktion im Haus am See. Dazu zähle eine bürgernahe Verwaltung und bezahlbarer Wohnraum. Dieses Problem betreffe mittlerweile die Mitte der Gesellschaft. „Fast die Hälfte der Hamburger hat ein Anrecht auf eine Sozialwohnung“, betonte Georg. Der Drittelmix aus geförderten und frei finanzierten Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen bei Neubauten reiche deshalb nicht. In Wandsbek seien 2015 knapp 200 Sozialwohnungen fertig geworden. In den letzten fünf Jahren fielen aber 8.000 Sozialwohnungen aus der Bindung, die meisten in Jenfeld und Rahlstedt. „So wird die soziale Spaltung verschärft“, sagte der Vorsitzende der Linksfraktion. Die Bezirkspolitik habe zwar nur beschränkte Möglichkeiten, gleichwohl aber eine soziale Verantwortung.
„Wohnungspolitik regt mich auf“, bekannte dann Rolf Bosse vom Mieterverein Hamburg. Seit 1990 sorgten entfesselte Marktmächte für Mietsteigerungen. Dabei habe die Wohnungswirtschaft oftmals industrielle Ausmaße angenommen. Die Mietpreisbremse helfe noch wenig, es gebe noch viel nachzubessern, so Bosse. Vor allem Mieterhöhungen nach Modernisierungsarbeiten träfen die Menschen hart. „Es kommt oft zum Austausch der Bevölkerung, das nennt man Gentrifizierung“, so der Experte. Gerade bei der Nachverdichtung sehe er die Lokalpolitik in der Verantwortung: „Wir brauchen mehr Fingerspitzengefühl bei Bauanträgen und kollektive Mieterrechte, um den Heuschrecken auf dem Wohnungsmarkt etwas entgegen zu setzen. (rg)
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