Jenfeld: Tiffany-Kunst zum Mitmachen

Wann? 17.03.2017

Wo? Kelloggstraße 38, Kelloggstraße 38, 22045 Hamburg DE
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Wer einmal mit der Tiffany-Kunst angefangen hat, kann nicht mehr aufhören. Vier Stunden lang arbeiten die Teilnehmer jeden Freitag an ihren Kunstwerken Foto: Grell
 
Anne Dahms (vorne) hält die Fensterbilder ins Sonnenlicht Foto: Grell
Hamburg: Kelloggstraße 38 |

Gruppe trifft sich im Haus der Kulturinitiative an der Kelloggstraße. Neue Mitglieder gesucht

Von Karen Grell
Jenfeld
Tiffany-Kunst liegt wieder im Trend, weiß Anne Dahms, die in Jenfeld in der Kelloggstraße einen Kurs anbietet. In der freien Kulturinitiative treffen sich regelmäßig begeisterte Hobbybastler, die von den Farben im Glas „total fasziniert sind“, lacht Friderike Schneider, die schon seit über dreißig Jahren dabei ist. Heute sieht die 88-Jährige leider nicht mehr gut genug, um mit dem feinen Material zu arbeiten, aber mit dabei ist sie trotzdem, „denn jeder Kurs hat immer auch eine soziale Komponente“, betont Leiterin Anne Dahms. Das Zusammensein, gemeinsame Arbeiten, Kaffee trinken und auch mal Kuchen essen, das sei der Anlass, der viele schon seit Jahren in der Gruppe halte. „Ich arbeite jetzt schon die Engel für Weihnachten vor“, verrät Inge Moderhak, während Heidemarie Fenske kleine Katzen für ihre Enkelkinder kreiert.

Arbeit braucht Geduld


Der Ablauf von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt dauert bei der Tiffany-Kunst meist Wochen und Monate. „Wer keine Geduld hat, ist hier nicht richtig“, sagen die Teilnehmer. Die Anregungen für eine Lampe, ein Fensterbild oder eine kleine beleuchtete Skulptur stammen meistens aus Musterheften. Der Ehrgeiz der Gruppe verlangt aber, immer ein paar Veränderungen vorzunehmen, um dem Ganzen einen individuellen Touch zu geben. Inge erzählt, dass sie mal eine Lampe in einem Geschäft gesehen habe, die einen Wert von über 1000 Euro gehabt hätte und die sie unbedingt nachbauen wollte. Das Schmuckstück steht heute auf dem Arbeitstisch in Jenfeld.

Ein kniffeliges Handwerk


Überhaupt sei jedes Werk eben ein Einzelstück und das mache die Arbeit so interessant. Der Ursprung der Tiffany-Kunst komme aus der Zeit des Jugendstils, erklärt Anne Dahms und sei aus New York importiert. Kleine Glasteilchen werden dabei mit Kupfer verbunden und anschließend mit Blei und Zinn verlötet und so wie ein großes Puzzle zu einem Ganzen zusammengesetzt. Ein kniffeliges Handwerk. „Man kommt nicht mehr davon weg“, bestätigt Inge, die gerade intensiv mit ihren kleinen Engeln beschäftigt ist. Immer freitags von 16 bis 20 Uhr sind die Künstler bei der Arbeit. Zurzeit alles Frauen im mittleren Alter, aber auch jüngere könnten gern vorbeikommen und Männer natürlich ebenso. Teuer sei das Herstellen der kleinen Kunstwerke nicht, weil es immer viele Glasreste gäbe und die Werkzeuge in der Kulturinitiative gestellt werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist nur die Mitgliedschaft im Verein und zwei Euro im Monat für die Materialkasse. „Manche von uns verkaufen auch mal eine ihrer eigenen Arbeiten“, weiß Heidemarie Fenske, „das meiste wird aber verschenkt oder hängt in der eigenen Wohnung.“ Wenn Anne Dahms demonstriert, wie ein fertiges Fensterbild durch den Schein der Sonne ins Leuchten gerät, dann kommen die Teilnehmer des Kurses immer wieder ins Schwärmen, auch die, die schon seit Jahrzehnten mit dabei sind.

Tiffany-Kunst, jeden Freitag (Sommerpause von Juni bis August), Kelloggstraße 38, Telefon 654 5004, Beitrag: 15 Euro im Monat
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