Kita-Kindern stinkt der Müll

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Direkt zwischen Sandkiste und den Bänken liegen Flaschen, Verpackungen, Tüten und anderer Müll. Davor: die Reste eines Lagerfeuers Foto: kg
 
Alex und Kyce hängen zusammen mit Erzieherin Sylvia das Schild auf Foto: rg
Hamburg: Bekkamp 60 |

Spielplatz in Jenfeld total verdreckt. Mit Schildern appellieren die Kleinen an Rücksicht

Von Karen Grell
Jenfeld
Die Kita Bekkamp hat ein tolles Außengelände und jede Menge Platz zum Spielen, doch manchmal machen die Kinder hier auch einen Ausflug zu dem nahegelegenen Abenteuerspielplatz, der zu Fuß in fünf Minuten zu erreichen ist und mitten im Grünen hinter den hohen Plattenbauten liegt. Ein Idyll zum Spielen und Toben. Doch das spielerische Glück hat einen stinkenden Haken.

Griller lassen Müll liegen

„Erwachsene grillen hier am Wochenende und lassen dann auch noch ihren ganzen Müll liegen“, erklärt Mira (6). Direkt vor den Bänken, auf den eigentlich die Eltern oder Erzieher der Kita in der Sonne sitzen und die Kinder beaufsichtigen sollen, sind die Reste eines Lagerfeuers aufgetürmt. Überall liegen Verpackungen herum. Im Gebüsch liegen leere Bier- und Kornflaschen, fettige Alufolie, benutztes Haushaltspapier und Cola-Flaschen. Zu den Verursachern wurden bisher noch keine Beobachtungen oder Angaben gemacht. „Hier kann man den gesamten Inhalt der Picknicktüten nachvollziehen“, ärgert sich auch Erzieherin Sylvia Ritter-Bohn.

Kinder malen Schilder mit Verhaltensregeln

Diesen Zustand wollen sich die Kids nicht länger gefallen lassen und beschlossen, selber aktiv zu werden. „Wir haben über die Natur gesprochen und uns überlegt, was uns hier am wichtigsten ist“, erklärt Sylvia Ritter-Bohn die gemeinsame Aktion mit den Vorschulkindern. Die Kinder malten Schilder, die Verhaltensregeln für die Erwachsenen zeigen. Die Großen sollen kapieren wie sie mit der Natur und dem Spielplatz der Kinder umgehen sollten. „Bitte werft euren Abfall in den Mülleimer“ oder „Ein Spielplatz ist keine Hundetoilette“ steht auf den Schildern, die die Kinder auf dem Spielgelände installierten, und die auch kleine Bilder enthalten, um die Regeln zu verdeutlichen.

Heiße Asche auf Spielplatz

Damit keiner behaupten kann, er habe die Schilder nicht verstanden, haben sie die Aufforderungen gleich mehrsprachig verfasst. „Es ist einfach ein Jammer“ bedauert Erzieherin Sylvia, „wir haben diese tolle zusätzliche Spielmöglichkeit hier gleich vor der Haustür und können die Spielgeräte durch die aktuelle Situation kaum nutzen“. Zwar komme jede Woche auch die Stadtreinigung vorbei, doch gegen derart viel Dreck komme einfach keiner mehr an. Warum die Besucher hier Grillen, obwohl die heiße Asche für die Kinder lebensgefährlich werden kann, und welches Problem sie bei der Müllbeseitigung haben, können sich die Vorschüler nur so erklären: „Entweder sind die Erwachsenen zu faul, um den Abfall zu entsorgen oder es hat ihnen noch niemand erklärt.“ Der Wunsch der Kita-Kids: „Es soll hier sauber werden, damit wir schön spielen können“. Deshalb sind die taffen Mädchen und Jungen, die im nächsten Jahr in die erste Klasse kommen, jetzt zu kleinen Umweltpolizisten geworden und wollen mit ihren Schildern um einen sauberen Spielplatz kämpfen. Eine Initiative der Kleinsten, auf den der ganze Stadtteil stolz sein kann.
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