Stadtteilklinik Mümmelmannsberg im Fokus

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Professor Guus Schrijvers aus Utrecht (l.) staunte über Hamburgs kleinstes Krankenhaus. Rechts: Dr. André Ansell Foto: wb
Hamburg: Albert-Schweitzer-Ring 18 |

Internationale Experten in Billstedt: Gesundheitsprojekt findet europaweit Aufmerksamkeit

Von Martin Jenssen
Mümmelmannsberg
Das Projekt „Gesundheit für Billstedt/Horn“ hat internationale Aufmerksamkeit erhalten. Ein Team von Gesundheitsexperten der International Foundation for Integrated Care (IFIC) besuchte die Stadtteilklinik Hamburg in Mümmelmannsberg und sprach dort mit den Ärzten über die ersten Erfolge des Projekts. Die IFIC, 1999 in den Niederlanden gegründet, setzt sich europaweit für Verbesserungen im Gesundheitswesen ein. Geführt von Alexander Fischer, dem Leiter des Hamburger Projekts, staunten die europäischen Experten über das kleinste Hamburger Krankenhaus. Die Stadtteilklinik Mümmelmannsberg verfügt über 15 Betten für hauptsächlich ältere Patienten aus dem Stadtteil. Der Internist und Belegarzt Dr. André Ansell: „Hier können sie häufig Besuch bekommen von ihren Verwandten. Aber auch den Patienten, die nicht auf die Unterstützung durch ihre Familien zurückgreifen können, bieten wir eine besondere medizinische und pflegerische Betreuung an.

Ärzte und Pfleger sprechen viele Sprachen

Unser Ärzte- und Pflegeteam spricht Polnisch, Russisch, Armenisch, Farsi-Afghanisch, Farsi-Iranisch, Türkisch, Italienisch und Englisch.“ Dr. Gerd Fass, Facharzt für Chirurgie, berichtete den Besuchern von der besonderen Herausforderung, vor denen die 129 Ärzte in Billstedt/Horn stehen, die rund 110.000 Menschen medizinisch versorgen müssen. Rund 50 Prozent ihrer Patienten sind Migranten, die häufig Sprachschwierigkeiten haben. Dr. Fass: „Um so wichtiger ist eine gute digitale Vernetzung der Ärzte in dem Gebiet.“ Dabei ist auch das Handy nützlich. Medizinische Daten können auf dem Handy gespeichert werden, bleiben so beim Patienten. Die Daten können aber bei Besuchen in anderen Praxen abgerufen werden, wenn der Patient es genehmigt. Es erleichtert die medizinische Arbeit ungemein. Von den 129 Ärzten sind bereits 23 dem Ärztenetz Billstedt-Horn e. V. angeschlossen. Eine weitere Verbesserungen im Gesundheitswesen für Billstedt/Horn verspricht sich Dr. Fass durch den Gesundheitskiosk, der im Mai oder Juni in Billstedt eröffnet wird. Der Chirurg: „Die Patienten können sich dort in ihrer Muttersprache informieren und dann in der Praxis besser ihre Beschwerden vortragen.“

IFIC-Delegation beeindruckt

Es sind die ersten Fortschritte, die das Projekt „Gesundheit für Billstedt/ Horn“ erzielt hat. Das Projekt läuft seit Januar 2017 und wird für drei Jahre mit bis zu 6,3 Millionen Euro vom Bund gefördert. Professor Guus Schrijvers, Leiter der IFIC-Delegation, zeigte sich beeindruckt von dem Projekt. Es soll ein Thema werden auf dem nächsten Gesundheitskongress der IFIC in Dublin. Schrijvers könnte sich auch Hamburg als Ausrichtungsort für einen der kommenden Kongresse
vorstellen.

Weitere Infos: Stadtteilklinik Mümmelmannsberg
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