Stolperfalle Görlitzer Straße

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Hausmeister Ralph Groetschel und Anwohner Andreas Behm (l.) an der Görlitzer Straße. Hier ist der Bürgersteig sehr ausgewaschen Foto: nik
 
So berichteten wir vor Kurzem über das Thema „Stolperfallen“ Repro: wb
Hamburg: Görlitzer Straße 10 |

Hausmeister moniert Unebenheiten seit Jahren. Bislang ist nichts passiert

Von Nicole Kuchenbecker
Jenfeld
Wenn es in Jenfeld regnet, dann verwandelt sich der Bürgersteig entlang der Görlitzer Straße 2 bis 4 in kleine und größere Seen. Ausgewaschen sieht der sandige Untergrund auch im trockenen Zustand aus. Hausmeister Ralph Groetschel moniert dies seit Jahren. Rund 3,5 Millionen Euro stehen dem Bezirksamt Wandsbek für die Straßenunterhaltung der Bezirks- und Hauptstraßen im gesamten Bezirksamtsbereich zur Verfügung. Was dabei in welchen Stadtteil fließt, kann Luise Mehburger, Sprecherin des Bezirksamtes, nicht sagen. Es wird repariert, was nötig ist. Die Unterhaltungsmaßnahmen seien nicht nur abhängig von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln, sondern auch von der Auftragsvergabe und -abnahme der Bauleistungen, so Mehburger weiter. Doch das nützt Groetschel wenig: „Ich würde das auch selbst auffüllen, aber das ist nicht erlaubt“, kommentiert er seine Hilfsabsicht, „so könnten hier besonders ältere Menschen trockenen Fußes den Gehweg nutzen.“

Straße oft sicherer

Das Wohnhaus, das von Groetschel betreut wird, liegt direkt neben der Friedenskirche sowie einem Kindergarten. Viele ältere Menschen mit Rollatoren, aber auch Mütter und Väter mit Kinderwagen nutzen den Gehweg. Erst vor wenigen Jahren war der Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite erneuert worden. Warum nicht auch dieses Teilstück, weiß Groetschel nicht. „Ich nutze abends lieber die Straße statt den Gehweg. Das ist mir sicherer“, sagt Anwohner Andreas Behm. Obwohl die Temperaturen gerade sommerlich sind, denken die Wochenblatt-Leser Jutta und Fritz Brettschneider bereits an die kälteren Tage und schrieben uns genau zu diesem Teilstück: „Dieser Weg ist unbefestigt und hat zahlreiche Auswaschungen. Bei Regenwetter ist er dadurch voller großer Pfützen, im Winter sogar mit Eis überzogen. Dieser Weg wird insbesondere sonntags von mindestens 150 Menschen benutzt, die den Gottesdienst besuchen. Ältere und Gehbehinderte werden gezwungen, auf die Fahrbahn auszuweichen. Für Menschen mit Rollator oder Gehhilfen ist das besonders gefährlich.“

Amt: Weg im ausreichenden Zustand

Jenfelds Gehwege befinden sich nach Angabe des Bezirksamtes in der Regel in einem befriedigenden bis ausreichenden Zustand. Mehburger:„In Hamburg werden grundsätzlich Schadstellen in den Nebenflächen in der Wegeunterhaltung beseitigt. Des Weiteren werden im Zuge von geplanten Straßenbaumaßnahmen die Nebenflächen regelmäßig mit betrachtet und im Rahmen der Mach- und Finanzierbarkeit überplant und verbessert. Daher wird der Sanierungsbedarf schrittweise im Zuge verschiedener Straßenbauprogramme und weiterer Anlässe abgearbeitet.“

Kaum Gehör

Zwischen 2000 und 3000 Meldungen zu Schäden, Ordnungswidrigkeiten oder Fragen zu Baumaßnahmen gehen über den Melde-Michel jährlich beim Bezirksamt ein. Zudem erreichen das Amt zwischen 500 und 600 Schreiben und E-Mails direkt von Bürgern mit Schadensmeldungen und anderen Anliegen. Auch Hausmeister Groetschel hat per E-Mail an den Wegewart vor rund zwei Jahren geschrieben. „Als Antwort bekam ich sinngemäß nur, es gäbe noch schlimmere Wege, die Vorrang hätten. Seitdem hat sich nichts geändert!“, so Groetschel weiter.

Diese Schäden haben uns Wochenblatt-Leser bereits gemeldet!

Die Gehweg-Schäden-Meldungen in der Übersicht:
• Görlitzer Straße 2-4: ausgewaschener Fußweg, uneben (ist uns zweimal gemeldet worden)
• Glatzer Straße 1 bis zur Bushaltestelle: uneben, hochstehende Gehwegplatten
• Schimmelmannstieg 14: Gehwegplatten
• Bekkamp 19, Stichstraße vor dem Sportplatz: links nur noch Asphaltkrümel und an der Ecke ist nach eine Reparatur eine Vertiefung entstanden
• Ecke Öjendorfer Damm/Bekkamp: zwei Gehwegplatten sind hier abgesackt
• Am Jenfelder Moor /Kuehnstraße
• Denkmalsteinweg / Rodigallee: unebener Weg, hochstehende Platten, Baumwurzeln
• Jenfelder Straße zwischen Jenfelder Allee und Schmiedeberger Weg: unebener Weg, aufgeplatzter Asphalt
• Schmiedeberger Weg: Baumwurzeln ragen in den Gehweg rein


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