Tonndorf: Neues aus dem Schilderwald

Anzeige
Retourkutsche oder Unbedachtheit? Manfred Schmuck ist mittlerweile verärgert Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Stein-Hardenberg-Straße |

Wahlplakate der Parteien verärgern wieder die Anwohner in der Stein-Hardenberg-Straße

Nicole Kuchenbecker
Tonndorf
Es gibt so viele Bäume, aber warum müssen es gerade diese sein? Anwohner Manfred Schmuck ist ratlos. Es kommt ihm vor, als wolle man die Nachbarschaft hier bewusst ärgern, denn sein Bitten und Betteln wurde von den Parteien bislang nicht erhört. Dabei hatte es in der vergangenen Woche in der Stein-Hardenberg-Straße noch den Anschein (das Wochenblatt berichtete).

Retourkutsche oder Unbedachtheit?

Nach dem ersten Wochenblatt-Artikel waren mit einmal alle Wahlplakate auf der Mittelinsel ab Tonndorfer Bahnhof in Richtung Innenstadt verschwunden. Der 72-Jähre atmete auf. Dafür guckte er nun beim Blick aus seinem Fenster direkt in die Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich habe mich richtig gefreut, dass die Parteien unseren Bitten nachgekommen sind“, sagte er noch vergangene Woche. Doch seit dem Wochenende reiht sich nicht nur auf der Mittelinsel wieder ein Plakat an das nächste, jetzt sind auch die Laternen auf den Gehwegen zugestellt. „Ich frage mich, was das denn soll?“, so der Rentner weiter. Ist es eine Retourkutsche oder einfach nur Unbedachtheit der Plakataufsteller?

Regeln werden ignoriert

Schmuck hatte sich öffentlich darüber beklagt, dass eine vollplakatierte Mittelinsel die Sichtbarkeit zum Gegenverkehr erheblich einschränke. Er wandte sich bereits an Politik, Bezirksamt und Polizei. Kurz vor G20 verschwanden dann tatsächlich die Plakate von dem grünen Mittelstreifen, kurz nachdem Schmuck dies bei der Polizei bemängelt hatte. Dabei will der Ur-Tonndorfer überhaupt nicht stänkern, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit auf den Gefahrenbereich lenken. Denn genau an dieser Einmündung zum Tonndorfer Bahnhof haben bereits bei Unfällen mehrere Menschen ihr Leben verloren. Vor zwei Jahren hatte Schmuck bereits versucht, diesen Bereich auf die so genannte „Negativliste“ setzen zu lassen. Schmuck findet es schade, dass die Parteien nicht auf die Bedenken der Bürger eingehen. Doch dabei ist schon im Antrag auf die Erteilung einer Erlaubnis zum Aufstellen von Werbeträgern auf öffentlichen Wegen klar definiert, was erlaubt und was verboten ist. Demnach dürfen nur Stellschilder (Plakate mit sogenannten Beinen) aufgestellt werden. Diese sollen dann unter anderem mindesten 50 Meter von einer Kirche entfernt sein. Zudem sind sie so aufzustellen, dass Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden. Die Aufzählung der Einschränkungen ist lang. „Das wird hier allerdings meiner Meinung nach ignoriert“, erklärt Schmuck überzeugt.

Lesen Sie auch: Schilderwald in Tonndorf entfernt

Lesen Sie auch: Tonndorf: Gegenverkehr außer Sicht
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige