Der ökologische Fußabdruck in der Hahnheide-Schule

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Am 5.2. war es soweit, im Forum der Hahnheide-Schule drehte sich alles um den "ökologischen Fußabdruck". Diese Darstellungsform der globalen Umweltproblematik gibt einen zunächst ungewohnten Einblick in die Themen: Ernährung, Mobilität, Wohnen, Konsum und Energieverbrauch. Kurz gefasst: Schon heute verbrauchen wir Menschen mehr als das, was zwei (!) Planeten Erde hervorbringen. Wir haben aber nur EINE und nicht drei.
Die Firma Multivision, die NGO Oxfam und das Wuppertaler Institut für Klima Umwelt und Energie haben einen Film zusammengestellt, der diese Problematik in den Vordergrund stellt. Der Film beginnt mit ein paar wunderschönen Naturaufnahmen um dann den menschlichen Einfluss visuell wiederzugeben. Doch schnell kommt er zur Sache. Wenn 7 Milliarden Menschen sich auf 12 Milliarden biologisch nutzbarer Erdoberfläche verteilen und für die Natur und Tierwelt auch ein entsprechend großer Raum gelassen werden muss, dann stehen jedem Menschen weltweit theoretisch 1,4 Hektar zu, etwa zwei Fußballfelder. Doch jeder Deutsche verbraucht derzeit 4,6 Hektar. Weil sich ja die Oberfläche der Kontinente nicht beliebig vergrößern lassen, nehmen wir also durch unseren Lebensstil anderen etwas weg.
Danach geht es an Einzelheiten, von denen hier exemplarisch eine erwähnt werden soll: Das Gewicht aller Nutztiere des Menschen übersteigt das Gewicht aller wildlebenden Säugetiere um das 20fache. Spätestens an so einer Zahl kann wirklich jeder sehen, dass wir etwas ändern müssen.
Dieser Vormittag war aber nicht nur zum "Filmgucken" da, der Moderator Holger Krohn leitete ihn jedes Mal mit der Frage: "Wer hat heute Morgen schon Ressourcen verbraucht?" ein. Als ihm die 5. und 6. Klassen gegenübersaßen, scheiterte diese Frage an dem unbekannten Begriff "Ressourcen". Mit etwas Hilfe wurden dann Wasser, Energie und Essen genannt. Dass man beim Zähneputzen allerdings Öl verbraucht, war keinem klar, weder den später folgenden 7. und 8. Klassen noch den abschließenden 9. und 10. Klassen. Die Zahnbürste, die ja auf Kunststoff besteht, ist ein Rohölprodukt, wie alles, was aus Plastik hergestellt ist.
Nachdem er dann den Begriff des ökologischen Fußabdrucks jeder Stufe erläutert hatte, kam der oben erwähnte Film von 35 Minuten Länge. Abschließend gab es dann eine Diskussion, was man denn ändern könnte. Hier zeigte Holger Krohn immer wieder, wo man ansetzen kann, was Sinn macht. Insgesamt dreimal durchliefen er und sein Bruder, der die Technik bediente diesen Durchlauf, die ersten beiden Stunden für die 5. und 6. Klassen, die mittlere Doppelstunde für die 7. und 8. und zum Ende für die 9. und 10. Klassen.
Was allerdings die Kinder, die ja Zielgruppe dieser Veranstaltung sind, jetzt selbst zu einer besseren Zukunft beitragen können, blieb auf der Strecke. Vielleicht ist so eine 90-minütige Veranstaltung dazu auch nicht in der Lage. Immerhin gibt es gutes Unterrichtsmaterial zur Vertiefung. So ist es beispielsweise auf www.footprintrechner.at möglich, den eigenen Fußabdruck berechnen zu lassen. Er wird zwar mit Österreich verglichen, aber das dürfte wenig Unterschied zu Deutschland machen. Hier kann jeder sehen, wo er mehr oder weniger als der Durchschnitt verbraucht. Doch auch hier muss man natürlich bedenken, dass unser europäischer Durchschnittsverbrauch eben weit über dem langfristig erträglichen liegt.
Ein kleiner Filmausschnitt zeigt diese Problematik sehr drastisch: Ein Vater spielt mit seinem Sohn, sie sind ganz eindeutig bester Stimmung. Und der Vater wirft einen Bumerang. Die Kamera folgt diesem für mehrere Sekunden, es ist noch alles wunderschön, doch der zurückkehrende Bumerang streckt den Sohn nieder. Was wir heute entscheiden und tun, werden unsere Kinder ausbaden müssen.
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