Klimabotschafter im ersten Einsatz

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Am 4.6. folgten 5 Schüler der Hahnheide-Schule mit ihrem Lehrer einer Einladung zu einem "Klimagipfel" der ganz besonderen Art. Der Intendant des NDR, Lutz Marmor stand 36 Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen Alters und von verschiedenen Schulen zum Thema Klima Rede und Antwort.

Es war eine recht unscheinbare Einladung, per Mail im privaten Postfach eines Lehrers, die möglicherweise den Startschuss zu einer langfristigen Kooperation gegeben hat. Ein ehemaliger Schüler der Hahnheide-Schule, inzwischen fertig ausgebildeter Meteorologe, erinnerte sich an das Interesse an Wetterdaten und fragte jetzt seinerseits nach, ob die Hahnheide-Schule an einer Gesprächsrunde der sogenannten Klimabotschafter teilnehmen möchte.
Schnell fanden sich Interessenten und am Donnerstag war es soweit: Mit Bus und Bahn ging es zum NDR am Rothenbaum, also zum Rundfunk. Freundlich begrüßt von Frank Böttcher, dem Leiter des Klimabotschafter-Projekts, stellte sich Lutz Marmor, seines Zeichens Intendant des NDR und derzeitiger Vorsitzender der gesamten ARD den Fragen seiner Besucher. Es ging wie üblich reihum, jedes Kind, das eine Frage vorbereitet hatte, konnte diese stellen und Lutz Marmor beantwortete sie, so gut er konnte.
Über die Auswirkungen des Klimawandels konnte er auch nur das sagen, was man allgemein lesen kann, da fehlte ihm das Fachwissen, was er auch unumwunden zugab. Aber ganz konkret erläuterte er im Bereich des Energiesparens, wie und warum der NDR da stark involviert ist. Neue Geräte, insbesondere Kühlanlagen und Lampen werden unter dem Gesichtspunkt des Energiesparens angeschafft, das Studio Lokstedt ist bereits weitgehend umgestellt. In einem kleinen Aufnahmestudio konnten die Kinder später sehen, dass es nur noch LED-Strahler gab, die kaum noch Wärme abgeben und dementsprechend wenig Energie fressen. Ein NDR-eigenes Blockheizkraftwerk spart Kosten und Energie.
Immer wieder verwies er auf den Zusammenhang der Rundfunkgebühren -"Es ist das Geld eurer Eltern, das hier ausgegeben wird, es nicht meins!"- und dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dieses Geld so auszugeben, dass möglichst viele etwas davon haben und gleichzeitig eben nicht nur die Masse sondern auch Sparten bedient werden sollen. 8 Rundfunksender allein vom NDR ermöglichen eine große Vielfalt. Dazu kommt die Beteiligung am ARD-Programm.
Lutz Marmor wich auch kritischen Fragen nicht aus, auf die Frage, was er denn selbst zum Klimaschutz beiträgt, gab er die überraschende Antwort, dass er z. B. gar nicht Auto fährt, sondern öffentliche Verkehrsmittel bevorzugt. Und ob und wie sehr Radiowellen schädlich sein könnten, auch darauf hatte er eine fundierte Antwort. Das Mobiltelefon am Ohr sendet 40.000 mal stärkere Wellen aus, und es gilt immer noch als unschädlich.
Was tut denn der NDR im Bereich seines Programmes? Eine Themenwoche der ARD zu dem noch größeren Thema "Umwelt" hat es noch nicht gegeben, aber einen Thementag dazu könnte sich der Intendant durchaus vorstellen.
Ihm ist absolut bewusst, dass außer N-Joy der NDR wenig Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen hat und so hatte er auf die Frage, was der NDR den Kindern anbietet auch keine wirklich gute Antwort. Aber er schlug vor, dass sich die interessierten Klimabotschafter doch einfach einmal mit ihren Vorschlägen melden sollten, man würde dann schon Formate finden, in denen sich etwas unterbringen ließe. Ob er beim Wort genommen wird?
Nach dieser Frage-Antwort-Runde gab es noch eine Führung durch den Rundfunk. Die Klimabotschafter sahen den Online-Bereich des NDR, wie dort Nachrichten mit Wort-, Bild- und Videosequenzen erstellt und ins Netz gestellt werden. Die Mediatheken geben dem Interessierten die Gelegenheit, sich ohne den Zwang eines festen Sendetermins das anzusehen, was er will, wann er will, so oft er will.
Im Besucherraum von NDR-Info musste der dortige Chef gestehen, dass dieser Raum noch nie so viele Besucher auf einmal hatte, er platzte aus allen Nähten. Im Studio von NDR-Info sahen und hörten die Schüler live den Sendebetrieb und das Zusammenstellen der Nachrichten und der Infoblöcke, erklärt wurden die verschiedenfarbigen Lichter an den Pulten. Rot für "auf Sendung" steht, war ja noch logisch, aber dass das Blau für "Verkehrsmeldungen" mit Vorrang bei den Autoradios bedeutete, war doch allen neu.
Den Abschluss und Höhepunkt setzte dann der Besuch im N-Joy-Studio. War die gesamte Veranstaltung zunächst auf 2 Stunden veranschlagt, wurden es dann doch deutlich mehr, fast drei interessante Stunden fanden schließlich ihr Ende.
Wird das jetzt der Startschuss für die Hahnheide-Schule, sich am Projekt der Klimabotschafter weiter aktiv zu beteiligen, oder bleibt es eine einmalige Angelegenheit? Das wird die Zukunft zeigen, ein erster Schritt ist getan, die Lehrpläne sehen die Thematik sowohl in den unteren Stufen als auch in der Oberstufe vor, Möglichkeiten gibt es also genug. Wer weiß, vielleicht steht bald eine Wetterstation auf dem Gelände der Schule und veröffentlicht seine Daten im Internet. Und Klimabotschafter der Schule reisen zu weiteren Veranstaltungen.
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