Oscar Wilde im Ernst Deutsch Theater

Wann? 25.12.2016

Wo? Friedrich-Schütter-Platz 1, Friedrich-Schütter-Platz 1, 22087 Hamburg DE
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Lady Bracknell (J. Wawrczeck) und der Butler (O. Warsitz) Foto: Fantitsch
Hamburg: Friedrich-Schütter-Platz 1 |

Der Klassiker „Bunbury – Ernst sein ist alles“ ist noch bis zum 7. Januar 2017 zu sehen

Uhlenhorst Liebeleien in Merry Old England, Täuschungen, Verwechselungen in der Zeit eleganter Dandys, dominater Old Ladys und aufmerksamer Butler. Das kann höchst amüsant, unterhaltsam und sogar böse hintergründig sein, wenn der Autor des Stückes Oscar Wilde heißt, der Regisseur farcehafte Elemente ausbaut und das Schauspielpersonal insgesamt überzeugt. Wie jetzt im Ernst Deutsch Theater in Anatol Preisslers Inszenierung von Oscar Wildes Klassiker „Bunbury – Ernst sein ist alles“ zu sehen.
Zwei junge Männer erfinden einen kranken Freund beziehungsweise einen lasterhaften Bruder mit Namen Bunbury, um ihr Leben ungestörter verbringen zu können. Zwei jungen Damen begegnen sie unter dem Namen Ernst, auf den die Ladys total abfahren. Liebe und Verlobung bahnen sich an, doch der erfundene Bunbury und der falsche Vorname Ernst entpuppen sich bald für die beiden Verliebten als ernsthaftes Hindernis ihrer Heiratspläne. Doch fast märchenhaft lösen sich am Ende die Probleme.

Ladys mit boshaftem Charme

Preisslers Inszenierung lebt vor allem von den beiden jungen Frauen, die ihre geheimen Wünsche und Befindlichkeiten durch sprachliche und mimische Ticks köstlich überzogen zum Ausdruck bringen und verdeutlichen dürfen, das sie hier die Aktiveren sind. Christina Arndt (Gwendolen) und Dagmar Bernhard (Cecily), die auch die Musik einstudierte, füllen diese Vorlage großartig aus, geben den oft eindimensional gespielten Jung-Ladys Charakter und einen auch immer mal wieder boshaften Charme. Felix Lohrengel und Patrick Abozen spielen die beiden Herren, die vorgeben, Ernst zu heißen, als ganz normale junge Männer auf Brautschau. Da fehlt es an farcehafter Konsequenz. Die Jens Wawrczeck als Gwendolens gesellschaftlich versierte Mutter Lady Bracknell spielend mit glanzvoller Komik auszufüllen weiß. Ein Highlight dieser Inszenierung. Weitgehend lautlos und effektiv überzeugt Oliver Warsitz in zwei Butlerrollen, während das dritte Paar des Stücks, Reverend Chasable (Frank Jordan) und Miss Prism (Maria Hartmann), kaum Chancen erhält, sich auszuzeichnen. Eine weitere besondere Note erfährt die Inszenierung durch viele, größtenteils gelungene musikalische Einlagen. (ch)

„Bunbury oder Ernst sein ist alles“: 7. Januar, Ernst Deutsch Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, Telefon 22701420. Weitere Infos: Ernst Deutsch Theater
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