Posse um Laternenpfahl in Eilbek

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Der Laternenmast am Wandsbeker Stieg/Richardallee steht nicht falsch – nur der Bürgersteig ist hier zu schmal Foto: wb
Hamburg: Richardallee |

Bezirk Wandsbek mit kurioser Erklärung zu Gehweg am Wandsbeker Stieg, Ecke Richardallee

Von Nicole Kuchenbecker
Eilbek
Nicht die Laterne steht falsch, sondern der Bürgersteig ist einfach zu schmal. So lautet das Fazit zum Laternenpfahl, der mitten auf dem Gehweg am Wandsbeker Stieg/ Ecke Richardallee steht (das Wochenblatt berichtete). Ob das so bleibt, bleibt abzuwarten. Was eine Laterne mitten auf dem Fußweg macht, hatte sich in der vergangenen Woche Wochenblatt-Leser Günther Schneider (64) gefragt. Das Bezirksamt Hamburg-Nord verweist an den dafür zuständigen Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Doch warum diese Leuchte so aufgestellt wurde, sei heute nicht mehr nachvollziehbar, hieß es aus der Kümmelstraße weiter.

Barrierefreiheit hat heute Vorrang

Die Vorschriften zur Aufstellung von Lichtmasten haben sich im Laufe der Jahre geändert. So wird heute auf die Barrierefreiheit großen Wert gelegt: die lichte Breite für Fußgänger muss demnach mindesten 1,20 Meter für kurze Engstellen und sonst 1,80 Meter für Rollstuhlfahrer breit sein, heißt es im Regelwerk. Auch der Abstand zur Fahrbahn von 65 Zentimetern muss dabei genau berücksichtigt werden, damit kein Lastwagen beim Vorbeifahren den Laternenpfahl beschädigen kann. Jan-Peter Uentz-Kahn, Sprecher des Bezirksamtes Hamburg-Nord: „Heutige Anforderungen zur Barrierefreiheit dürften zum Zeitpunkt des Aufstellens noch nicht gegolten haben, da auch der Gehweg heutigen Regelwerken, die die Barrierefreiheit berücksichtigen, nicht entspricht und insgesamt zu schmal wäre. Das heißt, so paradox es klingt, dass der Lichtmast nicht falsch steht, sondern der Gehweg für heutige Anforderungen zu schmal ist.“ Beschwert habe sich bislang niemand darüber. Doch man wolle nicht warten, sondern selbst aktiv werden. „Davon unberührt wird die Wegeaufsicht beim zuständigen LSBG anregen zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, den Leuchtenmast an die Grundstücksgrenze zu stellen, um die Gehwegbreite an dieser Stelle zumindest zu verbessern“, so Uentz-Kahn weiter. Zudem wird der Wegewart bei der kommenden Begehung prüfen, ob der Zustand der Wege die Verkehrssicherheit einschränkt.

Online Melde-Michel nutzen

Unebene Wege, Stolperfallen durch hochstehende Gehwegplatten oder Baumwurzeln, kaputte Sitzbänke im Park oder auch umgeknickte Schilder können Anwohner übrigens kostenfrei beim „Melde-Michel“ online eintragen. Diese Onlineportal bietet die Möglichkeit sämtliche Schäden an der öffentlichen Infrastruktur im Stadtgebiet aufzunehmen und an die richtigen Stellen innerhalb der Verwaltung weiterzuleiten. Notfälle werden hier allerdings nicht bearbeitet. Da sind weiterhin Polizei oder Feuerwehr zu benachrichtigen.

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