Säure-Attentäter verurteilt

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Symbolfoto: thinkstock

Ehemann muss für Attacke auf Ehefrau für vier Jahre und sieben Monate ins Gefängnis

Von Martin Jenssen

Wandsbek Weil er seine Frau aus Eifersucht mit Salzsäure überschüttete, muss Armin B. (56) ins Gefängnis. Das Hamburger Landgericht verurteilte den Ehemann für das schreckliche Verbrechen zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.

Ein weiterer Monat Gefängnis kam hinzu, weil er den neuen Lebensgefährten seiner Frau bedroht hatte, so dass sich die Gesamtstrafe auf vier Jahre und sieben Monate beläuft. Die Tat ereignete sich am 6. November vergangenen Jahres. Armin B. hatte sich in das Arbeitszimmer seiner Frau Sonja (46) im Jobcenter Wandsbek geschlichen. Sie arbeitete dort als Sachbearbeiterin. Das Ehepaar lebte in Trennung. Er hielt ihr ein Schreiben mit finanziellen Forderungen vor, das er am Vormittag von ihrem Rechtsanwalt bekommen hatte. Dann zog er unvermittelt ein Glas mit Säure aus seiner Tasche und überschüttete seine Frau damit. Dabei rief er: „Damit du auch mal spürst, was Schmerzen sind.“ „Wenn ein Mann seiner Frau, der Mutter seiner Kinder, Salzsäure über den Körper schüttet, dann hat so eine Tat teuflisches Gepräge“, hielt der Richter dem Angeklagten in der Urteilsbegründung vor.
Zum Glück für das Opfer hatten ihre Arbeitskollegen sofort nach der Tat eingegriffen und die Säure mit Wasser abgewaschen. Durch diesen beherzten Eingriff hat sie äußerlich keine bleibenden Schäden davon getragen. Einige Tropfen der Säure gelangten jedoch in ihren Mund und ihr Auge, so dass sie mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden musste. Ihre Stimme hat sich verändert. Sie kann nicht mehr singen und ist schwer zu verstehen. Seelische Schäden sind geblieben, sowohl bei der Frau als auch bei den Söhnen des Ehepaars.

Nicht einsichtig

Im Verlauf der Verhandlung hatte Armin B. immer wieder darauf verwiesen, dass seine Frau eine Mitschuld an dem Geschehen trage, weil sie sich einem anderen Mann, einem Arzt, zugewandt habe. Dazu der Vorsitzende Richter: „Sicherlich waren Sie tief betroffen und in Ihrer Rolle als Mann gekränkt, als Ihre Frau die Scheidung wollte. Aber wenn sie Ihrer Frau die Schuld zuweisen wollen, dann zeigt es, dass Sie sich dieser Tat noch nicht gestellt haben.“
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