Rechtsanwalt Wolfhard F. Klatt

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„Unabhängig vom aktuellen Skandal ist es sinnvoll, über die eigene Spendenbereitschaft nachzudenken, eine Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren“, so Rechtsanwalt Wolfhard F. Klatt. Foto: hfr

Organspende jetzt?

Billstedt. Zu einem Zeitpunkt, an dem das Vertrauen der Bevölkerung in die Organisation von Organspenden durch Skandale von Ärzten und Kliniken bei der Vergabe von Spenderorganen erschüttert ist und die Bereitschaft zu Organspenden stark zurückgegangen ist, trat am 1. November 2012 das neue Transplantationsgesetz in Kraft. Versicherte werden danach von ihrer Krankenversicherung darüber befragt, ob und wenn ja welche Organe man spenden möchte, sollte der Hirntod festgestellt sein. Mit dem Gesetz soll eine Entscheidung erzwungen werden, um die Organspendebereitschaft zu steigern. Dazu stellen die Krankenkassen Organspendeausweise zur Verfügung, die die eigene Organspendeverfügung in abgekürzter Form enthält.
Drei Dinge sind hier vom Versicherten zu beachten:
1. Unabhängig vom aktuellen Skandal ist es sinnvoll, über die eigene Spendenbereitschaft nachzudenken, eine Entscheidung zu treffen und zu dokumentieren.
2. Es gibt aber keine Pflicht, sich jetzt zu entscheiden. Eine solche Frage braucht Zeit zum Nachdenken und eine Antwort auf diese Frage ist nicht zwingend jetzt zu geben. Wenn Sie sich also jetzt nicht hierüber klar sind und vielleicht auch noch nicht bereit sind, sich damit zu beschäftigen, dürfen Sie die Post der Krankenkasse getrost bei Seite legen.
3. Haben Sie eine Patientenverfügung oder wollen Sie eine errichten, müssen Sie bedenken, dass bei einer Organspende nach festgestelltem Hirntod typischerweise eine Herz-Lungen-Maschine den Kreislauf aufrechterhalten soll, um die Durchblutung bis zur Organspende zu gewährleisten. Eine nicht synchronisierte Patientenverfügung, die Apparatemedizin ablehnt, verhindert damit unter Umständen die Organspende. Ankreuzformulare sind daher schädlich, weil sie Streit vorprogrammieren. Dies gilt für eine Patientenverfügung genauso wie für eine Organspendeverfügung. (hfr)

Wolfhard F. Klatt, Vorsorgeanwalt und Rechtsanwalt für Erbrecht Kampmoortwiete 2, 22117 Hamburg, Tel.: 040/73674557
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