Hamburg und der Orkan "Xaver": Sind geparkte Autos am überfluteten Elbufer versichert?

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Versicherungsexperte beantwortet wichtige Fragen zu Sturmschäden

Orkan und Sturmflut - Welche Versicherung kommt für Unwetterschäden
auf?

Orkan "Xaver" fegt über den Norden - was tun, wenn es einen Schaden gibt? Welche Versicherung ist zuständig?. Frank Manekeller, Leiter
Haftpflicht-, Unfall-, Sach-Schaden bei der HDI Versicherung im Interview.


Viele Betroffene fragen sich nach Unwettern, welche Versicherung für
die Schäden aufkommt. Bekomme ich Geld von der Versicherung, wenn ich meinen Wagen am Elbufer geparkt hatte und dann die Sturmflut kommt?

Relativ unkompliziert verhält es sich meist
bei Schäden am Auto: Die Teilkasko-Versicherung übernimmt Schäden,
die direkt auf Sturm (mindestens Windstärke 8) oder andere
unvorhersehbare Wetterereignisse wie Hagel oder plötzliche
Überschwemmungen zurückzuführen sind. Zu beachten ist hierbei: Wenn
die Schäden durch einfache Maßnahmen hätten vermieden werden können,
kann der Versicherungsschutz wegen grober Fahrlässigkeit gefährdet
sein – zumindest bei solchen Tarifen, die auf den Einwand der groben
Fahrlässigkeit nicht verzichten. Wer seinen Wagen dann zum Beispiel
am Uferparkplatz stehen lässt, obwohl rechtzeitig vor Hochwasser
gewarnt wurde, hat schlechte Karten.

Und wenn nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen wird und kein Kasko-Schutz?

Dann kann es teuer werden. Wenn das Auto bei einem Sturm durch
herabstürzende Dachziegel oder Äste beschädigt wird, lässt sich
höchstens der Hausbesitzer oder Eigentümer des Baumes haftbar
machen. Das gilt aber nur, wenn diesem die Verletzung der
Verkehrssicherungspflichten nachgewiesen werden kann.

Inwieweit greift mein Versicherungsschutz, wenn Dachziegel, die vom Haus geweht werden, Leute verletzen?

Für den Hausinhaber sind Beschädigungen des Eigentums Dritter oder
gar Personenschäden durch herabstürzende oder umherfliegende Teile
des selbstgenutzten Gebäudes meistens ein Fall für die
Privat-Haftpflichtversicherung. Bei vermieteten Objekten greift die
Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.
Sturmschäden am eigenen Haus sind über die Wohngebäude-Versicherung
abgedeckt, sofern die Gefahr Sturm mitversichert ist. Für
Hochwasserschäden durch über die Ufer tretende Flüsse oder
beispielsweise durch einen Rückstau aus der überforderten
Kanalisation nach einem Starkregen kommt die sogenannte
Elementarschadenversicherung auf. Diese kann in der Regel in die
Gebäudeversicherung eingeschlossen werden.

Und Schäden, die im Haus entstehen?
Ist auch die Wohnungseinrichtung in Mitleidenschaft gezogen, zum
Beispiel, weil der Sturm die Scheiben eingedrückt oder das Dach
abgedeckt hat, werden diese Schäden von der Hausratversicherung
übernommen. „Alle Schäden sollte man unverzüglich der Versicherung melden und
möglichst mit Fotos dokumentieren“, rät Frank Manekeller. Denn auf
diese Weise lassen sich Schäden gegenüber dem Versicherer am besten
nachweisen. Der Geschädigte ist verpflichtet, den entstandenen
Schaden möglichst gering zu halten. Wer also sein Dach provisorisch
abdichtet, um Folgeschäden zu vermeiden, ist auf der sicheren Seite.
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