Traumjob durch Umschulung

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Hunderte freie Stellen gibt es in Hamburg für Erzieher in Kitas, auch dafür sollen Arbeitslose umgeschult werden, die Finanzierung sei allerdings noch nicht geklärt. Foto: iStockphoto

Erwerbslose haben viele Möglichkeiten, sich beruflich zu qualifizieren

Von Victoria Kirjuschkin
Hamburg. 16111 Stellen sind derzeit in Hamburg unbesetzt. Gesucht werden vor allem Fachkräfte im Gesundheitswesen wie der Altenpflege, aber auch Sicherheits- und Hafenfachkräfte oder Berufskraftfahrer. Auch Erzieher sind stark nachgefragt,
Dem stehen 70725 Hamburger gegenüber, die im Monat August ohne Arbeit waren. Eine gute Möglichkeit für viele Menschen ohne Arbeit ist der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach einer Umschulung.
Mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen (53, 5 Prozent) haben keine abgeschlossene Ausbildung. „Diese Gruppe von Menschen ist auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln“, sagt Sönke Fock, Chef der Hamburger Arbeitsagentur.
Zwar seien viele von ihnen als Hilfskräfte beschäftigt, würden aber auch als erste ihren Job verlieren, wenn Unternehmen dazu gezwungen sind, Personal zu reduzieren. Wichtigste Voraussetzung für einen dauerhaften Arbeitsplatz sei ein solides berufliches Fundament.
Mit einer Qualifizierungsmaßnahme wolle die Arbeitsagentur Betroffenen dies bieten. „Auch Menschen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, haben einen Anspruch auf Umschulung. Ebenso Frauen, die nach der Erziehung ihrer Kinder, ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können. Ebenso Beschäftigte in Handwerksberufen, wie Drucker oder Dreher, die heute einfach nicht mehr stark nachgefragt sind, können sich so neu orientieren.
„Insgesamt erfolgen Umschulungsmaßnahmen sehr individuell“, sagt Fock. Der Arbeitsagentur steht ein Fördervolumen zu Verfügung, mit dem 6400 Arbeitslose qualifiziert werden können. Nicht alle benötigen eine komplette Umschulung, bei vielen Betroffenen genügt ein Qualifizierungsseminar wie ein Computerkursus.
1500 Männer und Frauen können im Jahr 2012 eine Umschulung in Anspruch nehmen. Die Kosten werden aus den Beiträgen der Arbeitslosenversicherung finanziert. Eine Umschulung dauert in der Regel 21 Monate und wird meist bei einem Bildungsträger wie zum Beispiel dem Berufsfortbildungswerk (BfW) oder einer Grone-Schule absolviert. Dazu gehören auch Praktika in Betrieben, die zukünftig auch Arbeitgeber sein könnten. „Uns ist bei der Vermittlung besonders wichtig, dass die Geförderten nach ihrer Umschulung von einem Betrieb übernommen werden“, sagt Sönke Fock.
Gefordert werden Teilnehmer von Umschulungen mit Unterhaltsgeld. Dies entspricht der Höhe des ALG-I-Satzes in Hamburg, was durchschnittlich 800 Euro sind. Auch Fahrkosten und Gebühren für die Kinderbetreuung können erstattet werden. Eine Altersgrenze bei Umschulungen gibt es keine. Vier Jahre Berufspraxis sind jedoch Voraussetzung. „Die Bewerber werden auf ihre gesundheitliche und persönliche Eignung für den Beruf, zu dem sie sich qualifizieren lassen wollen, geprüft“, erklärt Fock. Am Ende der Ausbildung erfolgt eine Prüfung vor der jeweiligen Handelskammer.
Durch den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, der im kommenden Jahr in Kraft tritt, wird der Bedarf nach Personal in Kitas nochmals steigen. Daher sollen auch in Hamburg künftig Arbeitslose zu Erziehern umgeschult werden.
Unklar ist allerdings noch die Finanzierung dieser Maßnahme. Anders als in anderen Berufen, beträgt die Ausbildungsdauer hier drei Jahre. Die Arbeitsagentur
finanziert jedoch nur zwei Jahre. Für die restliche Zeit könnte die Stadt Hamburg einspringen.
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