Auftakt zum Claudius-Jahr

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Wandsbeks neues Denkmal nach der Enthüllung Foto: M. Jenssen

Großes Denkmal für einen großen Dichter

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Seit Sonntagmittag leuchten die Sterne am Tag und in der Nacht in Wandsbek. Gegen 12 Uhr wurde nach einem Festgottesdienst zur Einläutung des Claudius-Jahres feierlich ein neues Denkmal zu Ehren des „Wandsbecker Bothen“ vor der Christuskirche und dem historischen Friedhof enthüllt.
Die sechs Meter breite und fast drei Meter hohe Bronzeskulptur des Bildhauers Waldemar Otto zeigt den Sternenhimmel vom 15. August 1740, die Nacht in der Matthias Claudius vor 275 Jahren im holsteinischen Reinfeld geboren wurde. Der Dichter ist auf der Skulptur abgebildet Er tritt unter das Firmament und blickt auf die Sterne und den aufgehenden Mond. Titel der Skulptur: „Der Mond ist aufgegangen“. Die sieben Strophen des Abendlieds sind am Sockel zu lesen.
Matthias Claudius, der über 40 Jahre in Wandsbek lebte und arbeitete, ist am 21. Januar vor 200 Jahren verstorben. Die Gräber des Dichters und seiner Frau Rebekka liegen knapp 100 Meter entfernt von dem neuen Denkmal.

Schlaflose Nächte


Die Idee, den Dichter und sein bekanntestes Lied mit einem großen Denkmal zu ehren, war vor drei Jahren entstanden. Pastor Richard Hölck erklärte dazu während des Festgottesdienstes: „Die Entstehungsgeschichte danach war ein richtiges Abenteuer!“ Finanzierung und Organisation waren problematisch und plagte die Initiatoren mit einigen schlaflosen Nächten. Auch den Bildhauer ließ Claudius oft nicht schlafen. Waldemar Otto arbeitete häufig nachts an den Skizzen für die Skulptur.
Während des Festgottesdienstes dankte Hölck allen Sponsoren, die geholfen haben, dass die Skulptur pünktlich zu Beginn des Claudius-Jahres aufgestellt werden konnte. In der Predigt vor über 450 Gottesdienstbesuchern ging der Pastor auf Leben, Werk und Bedeutung des Dichters ein. Hölck: „Der Dichter hat in unserem Stadtteil viele Spuren hinterlassen. Wir dürfen stolz auf diesen Wandsbeker sein!“ Stolz ist Wandsbek auch auf die neue Skulptur. Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff: „Sie ist ein künstlerisches Highlight!“

Über den Künstler


Der Erschaffer des Denkmals, der Bildhauer Waldemar Otto, lebt und wirkt seit 1976 in dem Künstlerdorf Worpswede und lehrte von 1973 bis 1994 als Professor für Bildhauerei an der Bremer Hochschule für Künste.Er wird am 30. März 86 Jahre alt. „Sein erstaunlicher Schaffensdrang findet in Gestalt des Abendlied-Denkmals für Claudius einen neuen Höhepunkt“, findet ein Bremer Kritiker. Aber es gibt auch Kritik am neuen Denkmal. Eine Betrachterin fand die Skulptur zu protzig für das zarte Abendlied. Den Dichter hätte man ihrer Meinung nach liebevoller darstellen können.
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