Der neue „Wandsbecker Bothe“

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Journalisten des neuen „Bothen“ und damit Nachfolger von Matthias Claudius: Merle Wiez, Michel Milewski und Philine Paul Foto: MCG

Feierstunde im Matthias-Claudius-Gymnasium: 48 Seiten zum Gedenken an den Dichter

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Eine spannende alte Zeitung in einem neuen Gewand. Zum 200. Todestag des Namensgebers ihrer Schule haben die Schüler des „Matthias-Claudius-Gymnasiums“ den „Wandsbecker Bothen“ zu neuem Leben erweckt. Mit dem neuen „Bothen“ und einer Feierstunde gedachten Schüler und Lehrer des Gymnasiums dem Dichter, der vor allem durch seine volkstümlichen Gedichte bis heute unvergessen ist. Dabei bekamen die Ehrengäste, Bischöfin Kirsten Fehrs und Schulsenator Ties Rabe , die ersten Exemplare der Zeitung.
In der interessant und umfangreich illustrierten Zeitung werden zahlreiche Wandsbeker Themen aufgegriffen. Auf 48 Seiten befasst sich der „Bothe“ u. a. mit der Geschichte des Stadtteils und wirft gleichzeitig einen Blick in die verheißungsvolle Zukunft Wandsbeks. Vorgestellt werden prominente Persönlichkeiten, die mit Wandsbek in Verbindung gebracht werden. Sehr lesenswert die ungewöhnliche (von Carolin Schuster verfasste) Selbstbiographie des Dichters. Darin heißt es: „Die „Höhere Bürgerschule“ wurde 1890 – zu meinem 150. Geburtstag - in „Matthias Claudius-Gymnasium“ umbenannt. Wie gerne würde ich sie einmal selbst begutachten.“

Jugendautor beriet


In einem von den Schülern des Gymnasiums produzierten Film, der während der Feierstunde gezeigt wurde, wandert der „auferstandene“ Dichter durch die Neuzeit Wandsbeks und besichtigt dabei, sehr verwirrt durch die moderne Technik, die Schule.
Für die journalistische Arbeit am neuen „Bothen“ holten
sich die Schüler Rat und Informationen durch einen Besuch beim „Spiegel“. Beraten wurden sich auch von dem Jugendbuchautor Nils Mohl („Es war einmal Indianerland“) aus Jenfeld. Der neue „Wandsbecker Bothe“ ist erhältlich im Sekretariat des Gymnasiums zum Druckkostenpreis von einem Euro.
In der Diskussion mit den Schülern ließ Schulsenator Ties Rabe erkennen, dass er nicht unbedingt ein großer Verehrer von Matthias Claudius ist. Der Dichter sei in seinen Werken zu frömmelnd und zu wenig kritisch. Doch die Schüler ließen nichts auf den Namensgeber ihrer Schule kommen, wiesen daraufhin, dass sich Claudius in seinen Gedichten eindeutig gegen den Krieg ausgesprochen haben („‘s ist leider Krieg – und ich begehre nicht schuld daran zu sein!“). Auch habe Matthias Claudius sich mutig gegen seinen damaligen „Brötchengeber“ Heinrich Carl von Schimmelmann gestellt, der sein großes Vermögen u. a. als Sklavenhändler verdient hatte. Claudius verfasste ein Lied gegen den Sklavenhandel („Der Schwarze in der Zuckerplantage“) und veröffentlichte es im „Wandsbecker Bothen“, dessen Herausgeber Schimmelmann war.
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