Ein besonderes Schloss feiert sich

Anzeige
Gerd Hardenberg, (v.l.), Gun Röttgers, ehemalige Programmchefin und Rainer Schünemann gründeten vor fünf Jahren den Verein Foto: Grell
 
Iris Schäfer vor dem Eingang zum „Kulturschloss“ Foto: Jenssen

Kultureinrichtung: Geburtstagsfest am 31. Oktober

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Unvorstellbar: Wandsbek ohne sein „Kulturschloss“. Gefühlt gibt es diesen kulturellen Anlaufpunkt schon ewig. Dabei ist die Einrichtung gerade mal dem Babyalter entwachsen und feiert jetzt den fünften Geburtstag. Eröffnet wurde es am 22. Oktober 2010. Gefeiert wird der Geburtstag mit einem großen Fest am 31. Oktober. Getragen wird das Stadtteilkulturzentrum von dem gemeinnützigen Verein „Kulturzentrum Wandsbek e.V.“
Die Erfolgsgeschichte der kulturellen Einrichtung begann mit einem traurigen Ereignis: der Schließung des Bürgerhauses an der Wandsbeker Allee. Über 23 Jahre fand im Bürgerhaus ein Großteil des kulturellen Lebens statt. Doch das Gebäude wurde verkauft und im Dezember 2006 für Veranstaltungen geschlossen. Über 40 Vereine und Initiativen aus Wandsbek standen plötzlich auf der Straße und mussten sich nach neuen Räumlichkeiten umsehen. Damals ein Skandal. Zu den kulturellen Einrichtungen, die Wandsbek verließen, gehörte auch das „Kleine Hoftheater“. Das Theater zog nach Horn und wurde dort sehr erfolgreich. In vielen öffentlichen Versammlungen taten die Bürger ihren Unmut über den „kulturlosen“ Zustand Wandsbeks kund. Für einen Neuanfang schlossen sich die Kulturpolitiker Rainer Schünemann (SPD) und Gerd Hardenberg (CDU) mit über 30 kulturinteressierten Bürgern zusammen. Sie gründeten den Verein „Kulturzentrum Wandsbek“.
Aus Mangel an Räumlichkeiten hielt der Verein seine Sitzungen zunächst in der Kantine des Bezirksamtes ab. Nach intensiver Suche gelang es dem Verein schließlich, das ehemalige Verwaltungsgebäude an der Königsreihe 4 für einen günstigen Preis zu mieten. Viel Arbeit stand bevor, denn eine „Schönheit“ war das Gebäude damals weder äußerlich noch innerlich.
„Mit einem ironischen Augenzwinkern haben wir es Kulturschloss genannt“, erklärt Rainer Schünemann, Erster Vorsitzender des Vereins „Kulturzentrum Wandsbek“. „Es lag ja schließlich an der Königsreihe und es sollte von der Kultur regiert werden.“ Der umfangreiche und auch barrierefreie Umbau wurde von der Bezirksversammlung mit 200.000 Euro unterstützt. ein Fahrstuhl eingebaut.
Gleich nach der Eröffnung wurde das „Kulturschloss“ von den Wandsbekern begeistert angenommen. „In unserem Haus befindet sich im Erdgeschoss das Kultur-Café, in dem auch interessante Aktionen stattfinden“, so Rainer Schünemann. Stolz ist der Verein vor allem auf den großen Veranstaltungsaal, der für Ausstellungen, Konzerte, Flohmärkte und Theateraufführungen zur Verfügung steht. Im ersten Stock befinden sich die Seminarräume. Hier finden zahlreiche Kurse statt. Die Räume sind Treffpunkte für Chöre und Menschen die Englisch, Italienisch oder Chinesisch lernen wollen. Viele Kurse befassen sich mit Gesundheit. Im „Kulturschloss“ trifft sich auch die Arbeitsgruppe „Flüchtlingshilfe Wandsbek Kern“, die vor Kurzem mit dem Preis „Menschen verbinden – Zukunft stiften“ von der BürgerStiftung Hamburg geehrt wurde.
Besonders bunt geht es sonntags an der Königsreihe zu, wenn sich viele Menschen aus verschiedensten Nationen zu Gottesdiensten und anderen Feierlichkeiten in den Räumen der kulturellen Einrichtung treffen. Die Veranstaltungen werden von den Mitgliedern des Vereins ehrenamtlich betreut. Gerd Hardenberg, Zweiter Vorsitzender: „Es wäre schön, wenn sich noch mehr ehrenamtliche Helfer finden würden.“ Froh ist Hardenberg über ein „Geschenk“ zum Geburtstag: Alle Karten für Veranstaltungen im „Kulturschloss“ sind jetzt auch an der Vorverkaufskasse im Wandsbeker Quarree zu bekommen.
Ein fröhliches Programm erwartet die Besucher zum Geburtstagsfest am Sonnabend, 31. Oktober mit Theateraufführen und Konzerten. Beginn: 16 Uhr. Neben der kostenlos ausliegenden Festschrift zum Claudiusjahr 2015 können die Besucher auch ein Comic zur Geschichte Wandsbeks bekommen, das von Daniel Kasai gezeichnet und getextet wurde. Das Comic entstand unter der Projektleitung von Gun Röttgers, die bisher die Veranstaltungen im „Kulturschloss“ organisierte. Vor wenigen Wochen wechselte Gun Röttgers an die Hamburger Universität. Ihre Arbeit im „Kulturschloss“ wurde von Iris Schäfer übernommen.

Weitere Infos: Kulturschloss Wandsbek
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige