Ein großes Haus für Kleine

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Szene mit Broder Zimmermann aus der Fundus-Eigenproduktion „Wenn Sonne und Mond sich küssen“, ein Theaterstück mit Schauspielern und Puppen über die Geburt Foto: Hanno Krieg
 
Szene aus der Fundus-Eigenproduktion „Wenn Sonne und Mond sich küssen“, ein Theaterstück mit Schauspielern und Puppen über die Geburt Foto: Hanno Krieg

Das Fundus Theater feiert 2015 seinen 35. Geburtstag

Von Martin Jenssen
Eilbe
k Der erste Besuch ist prägend. Viele Menschen erinnern sich ihr ganzes Leben lang an ihre erste Theatervorstellung. Um so wichtiger, dass Kindern, die mit ihren Eltern, dem Kindergarten oder derGrundschulklasse erstmals ein Theater besuchen, einfühlsame, spannende und fantasievolle Stücke geboten werden. Darum bemüht sich das Fundus Theater seit 35 Jahren.
Die Schauspieler des Kindertheaters bekommen das „Dankeschön“ für ihre Arbeit immer unmittelbar zurück. Es gibt kein Publikum, das man schneller begeistern kann. Das zeigen die „Aaaaas“ und „Oooos“ während einer Aufführung; sowie die Zwischenrufe und Kommentare. Da wird nichts beschönigt. „Kinder sind ein direktes und sehr ehrliches Publikum“, sagt Gundula Hölty, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit am Fundus Theater.

Die Entwicklung


Der Herausforderung, sich dem ehrlichsten Publikum immer wieder zu präsentieren, stellen sich Tine Krieg und Sylvia Deinert seit 1980. Damals gründeten sie „Fundus“ als kleines Tourneetheater. Inzwischen ist aus dem „Zwei-Frauen-Betrieb“ ein bedeutendes Hamburger Theater mit zwölf Mitarbeitern geworden. Im Jahre 1993 bezog die Theatergruppe ihre erste Bühne in der Papenstraße. Im September 1997 wurde dann das feste Theater in der Hasselbrookstraße 25 eröffnet. Die Räumlichkeiten in der ehemaligen Kaffee- und Tabakrösterei sind für Kinder bereits ein „Aha-Erlebnis“. In dem großen Foyer werden sie auf das Theaterstück vorbereitet. Mit einem lauten „Gong“ wird dann der Bühnenraum für sie eröffnet und das Stück beginnt.
Bewusst wurde für den Standort der Bühne eine reine Wohngegend gewählt. „Wir wollten den Kindern möglichst weite Wege ersparen“, erklärt Tine Krieg. Inzwischen ist das Fundus Theater jedoch weit über die Grenzen Eilbeks hinaus bekannt geworden. Es kommen Besucher aus dem Hamburger Stadtgebiet sowie aus den umliegenden Bundesländern.

Glück und Pech


Bundesweit bekannt wurde das Fundus Theater durch die Eigenproduktion „Das Familienalbum“. Das Stück wurde später unter dem gleichen Namen als Kinderbuch umgesetzt. Es erhielt den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
Die Stücke des Theaters richten sich an Kinder zwischen drei und zwölf Jahren. Gespielt werden auf der Bühne nicht nur fröhliche Geschichten. Die Themen befassen sich mit Liebe und Geburt, mit Glück und Pech sogar mit dem Tod. Das Fundus Theater experimentiert dabei mit immer neuen Verbindungen zwischen Figurentheater und Schauspiel. Nach fast jeder Aufführung stellen sie sich den jungen Zuschauern, um ihre Meinung zu erfahren.
Weil Kinder nicht nur die Forscher von Morgen sind, sondern täglich die Dinge um sich herum neu erforschen, ist der Eilbeker Bühne auch ein Forschungstheater angegliedert. Bekannt wurde es unter anderem mit dem Projekt „LIQUIDs“, ein Lehrstück über die Flüssigkeiten der Welt.

Weiter geforscht


Theatermäßig erforscht werden auch Fragen wie: „Warum drucken wir nicht unser eigenes Geld?“, „Haben echte Piraten auch Augenklappen?“ oder „Wie viele beste Freundinnen kann man eigentlich haben?“ Für ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Wissenschaftlern wurde das Forschungstheater im Jahr 2012 mit dem „Preis für Kulturelle Bildung“ ausgezeichnet.
Kein Grund, sich auszuruhen. Die Arbeit mit und für Kinder im Fundus Theater geht ständig weiter. „Was uns dabei bewegt ist die Offenheit der Kinder, Dinge ständig neu zu gestalten, um zu erkunden, wie man die Welt vielleicht doch noch etwas liebenswerter gestalten kann“, sagt Tine Krieg. „Dabei muss nicht immer alles immer schneller gehen – man kann auch für die Schönheit ein paar Schleifen drehen!“
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