Hamburg: Auf jüdischen Spuren

Anzeige

Themenwoche in Hamburg: Auch Rundgänge und Konzerte in Wandsbek

hamburg Wandsbek Spurensuche im Kulturschloss: Im Jahr 1604 wurde Juden in Wandsbek das erste Mal Wohnrecht erteilt. 33 Jahre später wurde in der Wandsbeker Königsreihe der jüdische Friedhof angelegt. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1675. Ende des 19. Jahrhunderts fanden die letzten Bestattungen an diesem Ort statt, danach wurde er geschlossen. Während des Nationalsozialismus wurde er mehrmals geschändet. Heute ist er von der Straße aus einsehbar. Auch sonst gibt es etliche Spuren jüdischen Lebens in Wandsbek. „Nach der Gemeinde am Grindelhof zählte die in Wandsbek mit zu den großen in Hamburg“, sagt Gun Röttgers, Programmleiterin im Kulturschloss Wandsbek. Eine vierteilige Themenwoche im Kulturschloss lädt Interessierte zur Spurensuche ein. Zwei Rundgänge und zwei Konzerte sind geplant.
Den Anfang macht Stadführer Michael Grill am kommenden Sonnabend. Unter dem Titel „Wandsbek - Schwierige Erinnerungen“, unternimmt er einen Rundgang durch das KZ-Außenlager Wandsbek und den Tansaniapark. Michael Grill widmet sich dem historischen Hintergrund dieser Beispiele und dem heutigen Kampf um die Erinnerung. Der Rundgang startet am 25. Oktober um 11 Uhr am Bezirksamt Wandsbek, Schloßstraße 60. Zweieinhalb Stunden hat Michael Grill dafür eingeplant.

Petra Frühling singt jiddische Lieder

Am Abend des 25. Oktobers folgt Veranstaltung Nummer zwei: Sängerin Petra Frühling präsentiert selten gehörte, zum Teil durch Feldaufnahmen überlieferte jiddische Lieder und zeitgenössische Kompositionen. Sie singt, ganz im Sinne der Erzähltradition, ohne instrumentale Begleitung.Unterstützt wird sie von Marco Moreno und Michael Grill. Der Abend unter dem Motto „A Naye Geshikhte“ findet am Sonnabend, 25. Oktober, um 19 Uhr im Kulturschloss Wandsbek, Königsreihe 4 statt.
Freunde der Klezmer-Musik dürfen sich auf das Konzert am 31. Oktober freuen. Jiddische, ladinische und israelische Lieder trägt das Folkensemble „Sibylle Kynast Afro-Klezmer“ vor. Beginn ist um 20 Uhr im Kulturschloss Wandsbek.
Spannender Rundgang durch Wandsbek
Mit einem weiteren Rundgang endet die kleine jüdische Themenreihe. Geschichtsforscherin Astrid Louven hat in Zusammenarbeit mit der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule (VHS) einen spannenden Spaziergang ausgearbeitet. Louven beschäftigt sich seit langem mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde Wandsbek von 1604 bis 1940. Sie führt die Teilnehmer unter anderem auf den alten Friedhof, zeigt ihnen den Standort der damaligen Synagoge und erzählt Wissenswertes über Stolperstein-Biografien. Der Rundgang startet
am 2. November um 11 Uhr, Jüdischer Friedhof an der Königsreihe Ecke Kattunbleiche. Kosten: 7 Euro. www.kulturschloss-wandsbek.de
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige