„Nur nicht die Wut verlieren“

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Szenenfoto aus „Schöne Vernissage“: Bildungsbürger unterhalten sich Foto: Meyer

Kabarett „die antenne“ tourt mit neuem Programm auch durch den Bezirk

Von Reinhard Meyer
Wandsbek
„Nur nicht die Wut verlieren“ – so der Titel des neuen Programms der Kabarettisten „die antenne“ aus den Walddörfern. Sie richten ihre „Antenne“ auf Schwächen in Politik und Gesellschaft aus, an die man im Alltag versucht ist, sich zu gewöhnen – es geht aber darum „nicht die Wut zu verlieren.“
Mit der Anwerbung weiblicher Soldaten gerät Ursula von der Leyen in den Fokus der spöttischen Kabarettisten – „Busse fahren Sie zu den Kampfstätten.“ Die Verteidigungsministerin werde sich – ganz familienfreundlich – um die „Einrichtung von Teilzeitkriegen kümmern“.
Die Unverbindlichkeit der Merkelschen Rhetorik wird aufs Korn genommen - Politik muss „die Quellen guten Lebens allen zugänglich machen“. Und mit dem „Frei-Abo beim Berliner Dilettantenstadl“ geht es Wolfgang Schäuble als „schwarze Null“, Sigmar Gabriel als dem „roten Erzengel Gabriel“ und Alexander Dobrinth als „Komiker vom Dienst“ an den politischen Kragen.Und was fordert die „Antenne“-Beobachter an der Gesellschaft zur Bissigkeit heraus? In der Szene „Schöne Vernissage“ unterhalten sich Bildungsbürger bei Häppchen und Sekt über bildende Kunst und Literatur und offenbaren doch nur die Hohlheit ihrer Bildung.
Das ärztliche Wartezimmer ist nicht wirklich der Ort banger Sorge um die Gesundheit, sondern mehr plaudernder Kommunikation: Haben Sie „Rücken“ oder „Burnout“? So geht es frech und munter durch das Programm. Die Bühnendekoration ist sparsam, die Kostüme sind clownesk, der Fokus liegt auf dem gespielten Wort. Die Kabarettisten sind Amateure, die mit Spielwitz und Begeisterung Pointen setzten. Seit 35 Jahren steht die Truppe erfolgreich auf der Bühne.

Nächste Aufführung: Sa., 28. Februar, 19 Uhr, Rathaus Barsbüttel, Stiefenhofer Platz. Kartentelefon 67 09 51. Im März im Bürgerhaus in Meiendorf. Alle Termine unter www.dieantenne.de
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