Opern in alter Gewürzmühle

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Sänger und Mitwirkende der Opernfactory: Thomas Nobis (v.l.), Sönke Tams Freier, Claudia Goldbach, Barbara Kaliner und Antonina Rubtsova Foto: je

Sängerin Barbara Kaliner eröffnete vor drei Jahren ihr eigenes Theater

Von Martin Jenssen
Tonndorf
Wenn eine Sängerin ihr eigenes Opernhaus eröffnet, dann kann sie dort nicht nur ihre Arien schmettern wann immer sie will, sie kann auch viel erzählen. Denn wer ein privates Musiktheater betreibt, der schlittert von einem Abenteuer ins andere.
Auf die Abenteuer hätte die ausgebildete Opernsängerin und Rechtsanwältin Barbara Kaliner gerne verzichtet. Sie hat ihre „Opernfactory“ in Tonndorf eröffnet, um den Opernfreunden aus dem Bezirk Wandsbek eine Gelegenheit zu bieten, hochwertige musikalische Aufführungen zu günstigen Preise zu genießen.
Im Frühsommer 2012 begann die Sängerin, die Ärmel hochzukrempeln, um das eigenen Theater zu bauen. Damals bot sich ihr die Gelegenheit, auf einem Industriegelände an der Ahrensburger Straße eine Halle zu mieten, die sie zu einem „Musikpalast“ umbauen konnte. Mit Hilfe von Ehemann Gerd, Sohn Fabian und vielen Freunden schuftete sie Monate an dem Umbau. Die ehemalige Gewürzmühle wurde zum Theatersaal. Feine Nasen können die Gewürze heute noch erschnuppern.
Bei den Verhandlungen mit den Behörden waren der Theaterchefin auch ihre juristischen Kenntnisse äußerst nützlich. Zum Beispiel hätte das Theater 26 eigene Parkplätze zur Verfügung stellen oder hohes Ablösegeld für die Parkplätze zahlen müssen. Eine Summe, die das Projekt nicht verkraftet hätte. Da aber im Industriegelände abends fast alle Parkplätze frei werden, konnte Barbara Kaliner darauf verweisen, dass zu den Aufführungen genügend Parkplätze direkt vor dem Theater zur Verfügung stehen.
Was braucht man, um sein eigenes Musiktheater zu eröffnen? „Sehr viel Mut und sehr sehr viel Enthusiasmus!“ sagt Barbara Kaliner. „Eine Anleitung zu dem Thema: Wie mache ich ein Theater auf? gibt es leider nicht. Alle Probleme musste ich selber lösen.“
Seit November 2012 können rund 150 Zuschauer in der „Opernfactory“ an der Ahrensburger Straße 138 in Tonndorf die Opernabende genießen – die schöne Musik aus der „Opernfabrik“ klingt auch hin-
über zu den umliegenden Betrieben – einem Baumarkt, einer Autowerkstatt, einem Planen-Handel, einem Fast-Food-Restaurant und einem Tee-Versandhandel.
Veranstaltet werden die Opern-Abende zu verschiedenen Themen. Gesungen werden Arien und Lieder aus klassischen Opern oder Operetten. In Kostümen treten zwei bis fünf Sänger auf, die am Klavier begleitet werden. Auch bei den Aufführungen bleiben viele Funktionen der „Opernfactory“ in familiärer Hand. Barbara Kaliner steht nicht nur als Sängerin auf der Bühne, sie führt auch Regie und ist für die Kostüme zuständig. Ehemann Gerd hilft bei der Gastronomie, Sohn Fabian, 13 Jahre alt, leitet mit großem Geschick die Lichttechnik.

Opernfactory: Am Sonnabend, 28. November, stehen „Carmen“ auf dem Spielplan. 19 Uhr. Karten unter 67 999 230.
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