Verfrachtet! Leben im Container

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Ulrike Krogmann und Elke Gäth (r.) an der Hörstation der Ausstellung Foto: rg

Ausstellung im Kulturschloss Wandsbek über den Alltag der Flüchtlinge in der Litzowstraße

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Die Fotos zeigen vor allem die Menschen, die in der Litzowstraße leben, aber auch immer wieder Container im Hafen. Daneben die gelben Stahlboxen der Flüchtlingsunterkunft. „Container sind dazu da, um Dinge zu verfrachten. Jetzt wohnen Menschen darin“, sagt Ulrike Krogmann. So entstand denn auch der Titel der Ausstellung „Verfrachtet“. Zwölf Quadratmeter Platz bietet ein Wohncontainer, zwei Betten sind darin untergebracht. „Es ist nicht der Horror, aber ganz schön eng“, sagt Elke Gäth. Die Flüchtlinge müssten improvisieren, wenn sie Kaffee trinken oder Platz für die Kinder zum Spielen schaffen wollten. Dieses beengte Leben soll die Ausstellung begreifbarer machen und Berührungsängste abbauen.
„Die Fotos sollen den Wandsbekern, die nicht in die Unterkunft gehen, zeigen: Dort wohnen Menschen wie du und ich“, erklärt Ulrike Krogmann. Bereits seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge in der Litzowstraße engagieren sie und Elke Gäth sich im Unterstützerkreis ehrenamtlich. „Die Flüchtlinge sind dankbar für jede Art der Zuwendung“, so Gäth. Ein Jahr lang haben die beiden Frauen Fotos gemacht, nur wenige wollten nicht abgelichtet werden. Gemeinsam mit den Flüchtlingen wurden dann die Aufnahmen für die Ausstellung ausgewählt.
Doch es werden nicht nur Fotos gezeigt. Im Ausstellungsraum des Kulturschlosses gibt es eine Hörstation. „Dort können zwei Leute gleichzeitig die insgesamt fünf Aufnahmen hören“, erklärt Carsten Rollgeiser, der die Station gebaut hat. „Die Geräuschwelt in einem Container ist einfach anders“, sagt Ulrike Krogmann. Zu hören sind die Menschen beim Essen, beim Musik machen oder Deutsch lernen. Eine Syrerin erzählt ihre Geschichte. Die Ausstellung soll auch in Kiel und Lüneburg gezeigt werden, zunächst aber ist am Freitag, 6. Februar Eröffnung in Wandsbek. Die Vernissage beginnt um 19 Uhr.

Zu sehen ist „Verfrachtet“ im Kulturschloss Wandsbek bis zum 27. Februar. Öffnungszeiten: Dienstags 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags 14 bis 18 Uhr und freitags 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Vernissage am 6. Februar, 19 Uhr, Kulturschloss Wandsbek, Königsreihe 4. Bis 27. Februar; di 10.12 Uhr und 14-18 Uhr, mi+do 14-18 Uhr und fr 14-16 Uhr
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