Wandsbek in Comics

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Matthias Claudius verlässt seine ländliche Heimat in Reinfeld und trifft 1770 in Wandsbek ein Illustration: Daniel Kasai
 
Illustrator Daniel Kasai zeichnete und textete den Wandsbek-Comic Foto: Pierre Bagieu

Neu: Ein visueller Streifzug durch die Stadtteilgeschichte

Von Kirsten Netzow
Wandsbek Die Comics von Daniel Kasai sind viel mehr als bloße Cartoons. Sie haben nicht nur den Zweck, Texte anschaulich und unterhaltsam zu illustrieren. In diesem speziellen Fall kann der Leser noch eine Menge dabei lernen: Kasai hat nämlich einen Historien-Comic über Wandsbek geschaffen. Die Broschüre trägt den Titel „Wandsbek – ein visueller Streifzug durch die Geschichte“.
Die Publikation ist ein Projekt des Kulturschlosses Wandsbek. Gemeinsam mit der ehemaligen Geschäftsführerin Gun Röttgers entstand die Idee und Konzeption. Für die Organisation und die Projektleitung war Röttgers verantwortlich. Der Comic gibt anhand von einzelnen Illustrationen, kleinen Bildsequenzen, Fotographien und Texten Auskunft über die Entstehung und Entwicklung von Wandsbek durch den Lauf der Jahrhunderte bis in die Nachkriegszeit hinein.
Neben informativen Passagen zur Wandlung Wandsbeks vom Bauerndorf über ein Adelsgut bis zum Gewerbestandort begegnet man bei der Lektüre Zeitgenossen wie Matthias Claudius und dem bedeutenden Astronom Tycho Brahe, der im 16. Jahrhundert von Wandsbek aus den Sternenhimmel beobachtete. „Mich interessiert es sehr, große Tendenzen im Kleinen sichtbar zu machen“, sagt Daniel Kasai. Für seine umfangreichen Recherchen nutzte er unter anderem Bestände des Wandsbeker Bürgervereins, der Geschichtswerkstatt sowie dem Integrationszentrum Wandsbek. „Die Materiallage über die Nachkriegszeit ist eher dünn gesät“, berichtet der Autor. Daher musste er sich auf die Erzählungen von persönlichen Erlebnissen von Zeitzeugen beziehen.
Dieses geschah unter anderem beim Sommerfest am Mühlenteich 2014. Dort saß Kasai auf einer „Erzählbank“ und unterhielt sich mit Wandsbekerinnen und Wandsbekern über ihre persönlichen Erlebnisse nach dem Krieg. „Es war erstaunlich, wie einige Leute sich mir gegenüber öffneten und ihre zum Teil sehr bewegenden Geschichten erzählten“, sagt der studierte Philosoph und Japanologe. Und so finden sich unter diesen Berichten Schilderungen vom Steine sammeln aus Trümmerlandschaften, Erinnerungen an verordnetes Schulessen und von Besuchen der Spätvorstellung im „Harmonie“, dem größten Kino Norddeutschlands, wo man John Wayne auf der Leinwand bewunderte. So ist der Comic letztendlich auch ein Gemeinschaftsprojekt von Wandsbekern für Wandsbeker. Über ein Jahr arbeitete der 34-jährige an dem Comic, der fast ausschließlich am Computer entstand. Gefördert wurde das Projekt vom Bezirksamt Wandsbek und der Hamburger Kulturbehörde. Die erste Auflage beträgt 250 Stück. Die Exemplare sollen zunächst an einigen öffentlichen Plätzen im Stadtteil kostenlos ausliegen und an soziokulturelle Einrichtungen verteilt werden. Denkbar wäre es, so Kasai und Röttgers, Nachfragen zu sammeln und eine zweite Auflage zu produzieren. Die Druckkosten tragen die Besteller. (kn)

Wer sich für den Wandsbek-Comic interessiert, wendet sich an das Kulturschloss unter Telefon 040-68 28 54 55 oder per Mail an kontakt@kulturschloss-wandsbek.de
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