Weltberühmte Privatsammlung

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Judith Albert greift in ihrer Video-arbeit Motiv und Farben des Malers Félix Vallotton (1865-1925) auf Foto: sh

Schätze aus der Schweizer Villa Flora noch bis August in der Hamburger Kunsthalle zu sehen

City Ein Haus voller Kunst, jede Wand behängt mit Ölgemälden berühmter Maler, sogar der Platz im Bad über der Wanne blieb nicht ungenutzt. Das Schweizer Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler war kunstverrückt. Eine Leidenschaft, der die Nachwelt eine der schönsten privaten Sammlungen impressionistischer Bilder zu verdanken hat.
Die Hahnloser-Bühlers füllten ihr Wohnhaus, die Villa Flora in Winterthur, mit Gemälden von Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Édouard Manet, sie schlossen Freundschaft mit Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Aristide Maillol und Henri Matisse, erstanden Werke von ihnen und pflegten einen regen Austausch mit den Künstlern. Zwischen 1906 und 1936, vor allem vor 1920, als die Preise für die Spitzenwerke noch erschwinglich waren, schlugen Hedy und Arthur zu. Jetzt ist das Ergebnis ihrer Sammelwut in der Kunsthalle zu sehen, erstmalig in Deutschland.
Besonders schön: Die Ausstellungsmacher haben sich bemüht, die besondere Atmosphäre der Villa Flora einzufangen. Fotos des Hobby-Fotografen Arthur Hahnloser-Bühler dokumentieren die Einrichtung des Hauses und das Alltagsleben mit Freunden und den Künstlern, die hier gern Zeit verbrachten. Oft wurden das Haus und die beiden Kunstsammler auch selbst zum Motiv, etwa beim Segeln (Pierre Bonnard, 1924). Die Schau in der Kunsthalle zeigt mit 200 ausgewählten Werken von 18 Künstlern nicht nur einen guten Querschnitt durch die weltberühmte Sammlung, sondern bietet auch die Möglichkeit, einzelne Künstler, die den Hahnloser-Bühlers besonders am Herzen lagen, darunter Félix Vallotton und Pierre Bonnard, intensiv kennenzulernen. Zwei zeitgenössische Schweizer Künstlerinnen, Ursula Palla und Judith Albert, ergänzen die Präsentation mit eigenen Werken, in denen sie sich mit den Arbeiten der Post-Impressionisten auseinandersetzen. Ein eigens für die Ausstellung gedrehter Dokumentarfilm lässt die Villa Flora und ihre Bewohner wieder auferstehen. Die Filmemacherin Nathalie David hat sich bei ihrer Arbeit in die Villa Flora verliebt, das merkt man in den liebevoll inszenieren Details. „Wenn man so einen Auftrag erhält“, sagt Nathalie David, „dann möchte man dieses Haus, das ein Gesamtkunstwerk ist, wirklich hierher bringen.“ Genau das ist der Kunsthalle gelungen – mit dem Film und auch mit der gesamten Ausstellung. Eine Reise in die Vergangenheit – eine „Verzauberte Zeit“. (sh)

Die Ausstellung läuft noch bis 16. August, Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, Glockengießerwall. Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei. Senioren zahlen dienstags bis freitags von 14.30 bis 17 Uhr 10 Euro inklusive Kaffee und Kuchen
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