„Wi singt Leder, de kennt ji...“

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Die „Hamborger Schietgäng“ tritt beim Musikfest Wandsbek auf. Foto: Manfred Schulze-Alex

Hamborger Schietgäng mit Chansons, Schlager und Folk Songs, auch auf missingsch

Von Christa Möller
Wandsbek
Wo die „Hamborger Schietgäng“ auftritt, ist für gute Unterhaltung gesorgt. Die „Hamborger Schietgäng“, das sind die sieben Hamburger Musiker Olaf Casalich (Rhythmus, Gesang), Lutz Cassel (Gitarre, Kontrabass, Gesang), Tistan Kindel (Akkordeon, Handharmonika), Jörn Mählmann (Flöten, Gesang), Holger Nowak (Gitarre, Gesang), Uli Rademacher (Gitarre, Mundharmonikas, Tinwhistles, Gesang) und nicht zuletzt Andreas Werling (Konzertgitarre Gesang).
Sie kamen vor sieben Jahren auf Initiative von Jochen Wiegandt zusammen, der inzwischen aber nicht mehr dabei ist. „Wir sind kein Shanty-Chor“, betont Andreas Werling, „eher das Gegenteil“. Allerdings stellt er fest: „Der Name ist schon Programm, es geht um Hamburger Lieder.“ Die Band hat ein breites Repertoire und unter anderem ein Stück des Barmbekers Bert Kaempfert einstudiert. Und sie ist der Liedtradition des American Folk der 1960er Jahre verbunden. Doch auch das Leben der Matrosen in den 50er, 60er Jahren findet Wiederklang in den Liedern, die Geschichten erzählen von der Arbeit auf den Schiffen.
Was gesungen und gespielt wird, werde „basisdemokratisch entschieden“. „Deswegen wird um jeden Song, jedes Arrangement gerungen, aber dafür kommen immer Unikate dabei heraus.“ Das Repertoire der Band umfasst inzwischen etwa 120 Lieder, darunter Chansons, Schlager oder Folk Songs, auf missingsch, plattdeutsch, englisch und französisch und hochdeutsch. „Unser Flötist hat das Motto aufgestellt, „die „Schietgäng“ singt vom Wasser im Sinne von: jeder singt, was er will und was er kann“... Eine Eigenproduktion ist das Lied, das den Namen der Band trägt (https://www.youtube.com/watch?v=3aNdzs3q2zo)
Auf CD ist dieser besondere Musikgenuss bislang noch nicht zu haben, doch das soll sich ändern: Die „Schietgäng“ plant anlässlich eines Konzertes im Dezember im Hamburg-Haus in Eimsbüttel einen Live-Mitschnitt. Der Wandsbeker Andreas Werling (59), seit 35 Jahren Freizeitmanager bei einer großen Hamburger Firma, ist ursprünglich Sportlehrer. Er leitet seit 30 Jahren ehrenamtlich die Seniorentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt in Barmbek. „Ohne Musik geht es nicht“, stellt der Vater zweier Töchter fest, der sich für die Liedforschung interessiert. Nicht nur im Rahmen der bis zu 25 Auftritte, die die „Hamborger Schietgäng“ überwiegend in Norddeutschland absolviert, ist er zu hören, sondern gelegentlich außerdem solistisch unterwegs – wie viele seiner Band-Kollegen. Tistan Kindel ist mit 38 Jahren „der extrem Jüngste“, die ältesten sind 70. „Wir bringen zusammen fast 500 Jahre auf die Bühne“, verrät Werling. „Alle sind gestandene Musiker, die ihr Leben lang Musik gemacht haben in unterschiedlichen Formationen – teils sehr erfolgreich.“
Beim Wandsbeker Musikfest ist die „Hamborger Schietgäng“ am Sonntag, 14. Juni, 17 Uhr, Stadtteilschule Oldenfelde, Delingsdorfer Weg 6, zu hören. Karten unter www.musikfest-wandsbek.de

Als Schietgänger bezeichnete man die Männer, die im Hafen die Drecksarbeit zu erledigen hatten, wenn das Schiff vor Anker lag und entladen war. Weitere Infos: www.hamborger-schietgaeng.de
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