30 Ärzte und Pfleger versorgen Ebola-Patienten in Hamburg

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Laut dem behandelnden Arzt, Dr. Stefan Schmiedel, wird die Diagnose und die Werte des Patienten noch einmal überprüft

Ein mit dem Ebola-Virus infizierter Mann ist in das Hamburger Universitätsklinikum eingeliefert worden. Der Helfer hatte sich in Westafrika mit der tödlichen Krankheit angesteckt.

Hamburg. Seit vergangener Woche wird in Hamburg ein mit Ebola infizierter Arzt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) behandelt. Laut UKE hat sich der Patient in Sierra Leone im Kampf gegen die tödliche Epidemie angesteckt.
Rund um die Uhr sind 30 Ärzte und Pfleger damit beschäftigt den Mann zu behandeln. Mindestens ein Arzt und eine Pflegekraft befindet sich ständig in Schutzanzügen im Sonderisolierbereich hinter der Schleuse.

Dr. Stefan Schmiedel ist der behandelnde Arzt im Behandlungszentrum für hochansteckende Erkrankungen in Hamburg: „Der Patient konnte zu Fuß in den Krankenwagen steigen und war ansprechbar.“ Zum Krankheitsverlauf des Patienten wollte sich der Mediziner nicht äußern, in Hamburg geht man jedoch davon aus, dass sich schon nach wenigen Tagen zeigen wird, ob die Behandlung anschlägt oder nicht. „Bei der Epidemie in Westafrika stellt sich bei den Infizierten relativ schnell heraus, ob die Erkrankung tödlich verläuft“, sagt Schmiedel in einer Pressekonferenz am Mittwoch. Nicht zugelassene Medikamente wie das in den USA hergestellte ZMap, sollen in Hamburg fürs Erste nicht eingesetzt werden. Die Ärzte halten sich diese Möglichkeit jedoch offen.

Bei der Ebola-Epidemie handelt es sich um den bisher größten Ausbruch der Krankheit. Die WHO zählte in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria bis heute rund 2600 Erkrankte, davon starben mehr als 1400.

Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf die Behandlung von Ebola-Infizierten gründlich vorbereitet. Die Isolierstation in Hamburg ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes von sogenannten Kompetenz- und Behandlungszentren, Stakob, die zwischen zwei und sechs Patienten pro Standort aufnehmen können, in Hamburg können bis zu sechs Personen parallel behandelt werden. (wb)
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