Ab 2015 eine Hamburger Perle

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In den Zwanziger Jahren wurde der Raum im Ritterstil gestaltet. Hier könnten ab 2016 wieder Trauungen stattfinden
 
Das Berner Schloss: noch stehen die Gerüste Fotos: Silvia Stammer

Ein Ende der Sanierung des Berner Schlosses ist absehbar

Hamburg. Das Berner Schloss ohne Baugerüst, das ist eine Vorstellung, für die ein gutes Erinnerungsvermögen notwendig ist. Seit Herbst 2010 wird an dem repräsentativen Haus mit der hellen Fassade in der Berner Allee gearbeitet. Doch die Geduld lohnt sich, wie das Wochenblatt bei einem exklusiven Rundgang sehen konnte.
Nach der Renovierung bekommt Hamburg ein Schmuckstück mit vielen liebevoll aufgearbeiteten Details wieder, das für Feste, Geburtstagsfeiern und Trauungen noch schöner als früher sein wird.
Sönke Witt, geschäftsführender Vorstand der Gartenstadt Hamburg Wohnungsgenossenschaft, klingt durchaus etwas erleichtert, wenn er sagt: „Ein Ende ist langsam absehbar.“ Ende 2015 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, ist im Stadtteil zu hören. Witt: „Das würde ich nicht dementieren.“ Der gebürtige Berner und die rund 20 Mitarbeiter der Gartenstadt Genossenschaft mussten mit den jahrelangen Arbeiten im laufenden Betrieb klarkommen. Heißt: Staub, Baulärm, Behelfsbüros, weil im nächsten Zimmer gerade wieder die Arbeiter zugange waren, und trotzdem freundlich bleiben, wenn beispielsweise Mieter Fragen haben.
Dabei hatte vor knapp vier Jahren alles mit einer recht überschaubaren Zielsetzung begonnen: „Wir wollten nur ein bisschen streichen.“ Doch schnell stellte sich heraus, dass das Schloss, das genauer gesagt ein Gutshaus ist, in seiner aktuellen Form um 1870 entstanden, nicht nur etwas Farbe benötigte. So wurde in einer Ecke des großzügigen Treppenhauses der Angstgegner Hamburger Altbaubesitzer entdeckt: Schwamm. Auch an anderen Stellen stellten sich plötzlich Probleme dar: Bei früheren Reparaturen durch Gutsherr Cornelius Heinrich de Boer und andere Vorbesitzer – der Gartenstadt gehört das Gebäude seit 2002 – waren offensichtlich statische Belange nicht ausreichend berücksichtigt worden. „Solche Ertüchtigungen sind aufwändig“, sagt Witt, der über Kosten lieber nicht sprechen möchte. Vom Denkmalschutzamt habe es einen Zuschuss gegeben.

Neues Nutzungskonzept

Die rund 4.000 Mitglieder der Gartenstadt Hamburg eG seien über die Kosten informiert und würden das Projekt mehrheitlich mittragen. Kein Wunder, denn zum einen wäre, wie Witt sagt, ein Verkauf und ein Umzug betriebswirtschaftlich keine echte Alternative gewesen. Zum anderen ist das Berner Schloss am Eingang zum Gutspark nach seiner Renovierung wieder eine attraktive Adresse. In der oberen Etage soll weiter die Verwaltung ihren Platz haben. Im Erdgeschoss ist nach dem Auszug der Arbeiterwohlfahrt, die sich mit dem Kinder- und Familienzentrum in den Räumen des Berufsbildungszentrums in Farmsen niedergelassen hat, künftig mehr Platz für ein verändertes Nutzungskonzept. Ein Teil des Erdgeschosses soll wieder fest vermietet werden, der vordere Bereich Richtung Berner Allee bietet bis zu 800 Quadratmeter Veranstaltungsfläche. Neu: Künftig können der Salon und auch der stilvolle Wintergarten in Veranstaltungen miteinbezogen werden. Geschäftsführer Witt: „Das Buffet im Salon, der Sektempfang im Garten, Geburtstagsfeiern – wir sind flexibler als früher und können auch kleinere Veranstaltungen anbieten.“ Im sogenannten Rittersaal sollen, das Interesse und die Umsetzung durchs Bezirksamt vorausgesetzt, dann auch wieder Trauungen stattfinden.

Info:
Der Kulturkreis des Berner Schlosses sehnt ebenfalls das Ende der Renovierungsarbeiten herbei. Auch die nächste Veranstaltung findet im Gemeinschaftshaus Berne, Karlshöhe 33, statt, sollte jedoch durch das attraktive Programm locken: Am 13. September, 16 und 20 Uhr liest und singt Moderator und Schauspieler Rüdiger Wolff (kl. Foto) Heiteres von Erich Kästner (1899 bis 1974) und begleitet sich am Klavier. Karten ab 18. August im Vorverkauf (für Mitglieder ab 15. August), 12 Euro (9 Euro für Mitglieder). kulturkreis-berner-schloss.de
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