Ab an den Strand in Tonndorf

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Blick über den See auf das Strandbad Ostende Foto: Je
 
Training für Kanu-Polo im Freibad Foto: Je

Günstige Preise für Familien. Stammgäste kommen bei jedem Wetter

Von Martin Jenssen
Tonndorf
Bei Sonnenschein, aber nicht nur dann, bietet Tonndorfeine echte (zugegeben, kleine) Alternative zur Ost- oder Südsee. Es gibt einen Strand, an dem Kinder buddeln können. Es gibt kühles sauberes Wasser und einen großen Bereich für Schwimmer. Es gibt Strandliegen und sogar ein paar Palmen. Das alles können Hamburger Familien ganz in der Nähe vom Tonndorfer Bahnhof erleben: im Freibad Ostende.
Als Geheimtipp kann man das Freibad allerdings nicht bezeichnen. An heißen Sommertagen strömen täglich bis zu 1500 Besucher nach Ostende, um sich zu erholen. Es gibt viel Platz, um sich auszutoben. Die Liegewiese ist 18.000 Quadratmeter groß, geschwommen werden kann auf 45 mal 107 Metern. Besonders beruhigend für Eltern: Der Nichtschwimmerbereich in dem kleinen aber sehr tiefen See (16 Meter) ist für Kinder sicher. Ein festes Gitter hält sie vom tiefen Wasser fern.
Auch an kühleren Tagen ist das Bad nicht verwaist. Hartgesottene Stammgäste springen zwischen Mai und September täglich in den See, selbst wenn die Wassertemperatur deutlich unter 18 Grad liegt.
„Im Sommer kommen viele Besucher aus Rahlstedt und Jenfeld zu uns. Für Familien, die nicht so viel Geld haben, ist unser Bad ein Urlaubsort“, sagt sagt Pia Rau vom Verein Freibad Ostende. Die Eintrittspreise sind günstig: Eine Tageskarte kostet 1,50 Euro für Kinder und drei Euro für Erwachsene. Von den Einnahmen finanziert der Verein die anstehenden Reparaturen und Neuanschaffungen.
Vor 30 Jahren wäre fast Schluss gewesen mit dem Freizeitspaß in Tonndorf. Im Jahr 1985 wollten die Hamburger Wasserwerke das Freibad schließen. Spekulanten leckten sich schon die Finger. Doch die Schließung ließen sich die Tonndorfer nicht gefallen. Sie übernahmen selbst die Pflege für das Bad. Und so schwimmen sie heute noch, seit 88 Jahren, in dem sauberen, frischen Wasser der alten Tongrube.
Es war ein mutiger Plan der Tonndorfer, das Bad selbst zu unterhalten. Um das zu schaffen, gründeten sie den Verein „Freibad Ostende“. Es bedeutete damals und erfordert heute noch viel Engagement und unendlich viel Arbeit für die 30 Vereinsmitglieder und ihre Helfer. Ihr Einsatz hat sich gelohnt. Die schönste Einrichtung des Stadtteils blieb erhalten.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins: die Sorge um die Sicherheit des Badebetriebs. Dafür arbeiten im Wechsel zehn Bademeister im Freibad Ostende, alle aus Idealismus. Ihr Lohn: lediglich die Tagesverpflegung.
Die geprüften Bademeister teilen sich ihre Dienste so ein, dass während der Öffnungszeiten (9 bis 19 Uhr) immer ein Bademeister im Dienst ist. Pia Rau: „In den 29 Jahren, in denen der Verein das Bad führt, hatten wir keinen einzigen schlimmen Badeunfall.“
Eine weitere Besonderheit: Stammgäste, die für 95 Euro eine Jahreskarte erwerben, erhalten einen Schlüssel für das Schwimmbad. Sie dürfen tagsüber zwischen 6 und 21 Uhr ins Wasser gehen.
Das Freibad entstand 1927. Die Badegelegenheit für die Tonndorfer war dadurch entstanden, dass die alte Tongrube einer Ziegelei voll gelaufen war. Vom Wandsbeker Amt erhielt die tiefe Wassergrube den Namen „Großer Sonnensee“. Der See blieb die ganzen Jahre über so sauber, weil er von Quellen aus der Tiefe gespeist wird. Das überlaufende Wasser fließt ab in die Wandse, die sich ganz in der Nähe vorbei schlängelt.
Im Jahre 1936 erwarb die Wehrmacht das Gelände und errichtete am „Großen Sonnensee“, der damals schon die zusätzliche Bezeichnung „Ostende“ hatte, eine Militär-Badeanstalt. Nach 1945 wurde die Militär-Badeanstalt als „Freibad Ostende“, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Weitere Infos: Freibad Ostende
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