Abriss oder Erhalt?

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Schon bald könnte die „alte“ Frohbotschaftskirche abgerissen werden. Denn laut Konzept könnte hier ein soziales Zentrum für den Stadtteil entstehen.Foto: nk

Denkmalschutzamt will Frohbotschaftskirche retten

Von Nicole Kuchenbecker
Dulsberg. Es ist keine emotionale und schon gar keine leichte Entscheidung, die die Pastorinnen der Frohbotschaftskirche zu treffen haben. Es ist vielmehr eine rationelle, die sich unter anderem auf finanzielle Tatsachen stützt. Hannegret Riepkes und Maren Wichern wollen die Kirche und ihre Gemeinde auf dem Dulsberg erhalten – aber nicht in dem jetzigen Kirchengebäude.
Seit gut 27 Jahren beschäftigt man sich auf dem Dulsberg immer wieder mit der Um- und Neugestaltung der Frohbotschaftskirche. Viele Pläne wurden geschmiedet, aber gehandelt wurde bislang nicht. Die Folgen hat die Kirchengemeinde nun zu tragen: kaputte Fensterdichtungen, Risse in den Kirchenmauern und Schäden am Kirchenturm. Allein die Instandsetzung der „Außenansicht“ der Kirche würde rund eine halbe Million Euro kosten. Umbaumaßnahmen für die Erweiterung der Kita oder auch nur Sanierungsarbeiten im Inneren des Kirchenschiffs nicht mitgerechnet. „Wir haben diese finanziellen Mittel einfach nicht“, sagt Pastorin Wichern. Daher hat sich die Kirchengemeinde für einen Neubau der Kirche entschieden.
Doch der mögliche Abriss der Kirche ruft das Denkmalschutzamt auf den Plan. Das nämlich hat das Gebäude als „denkwürdig“ eingestuft. „Das Denkmalschutzamt beabsichtigt, die Kirche unter Schutz zu stellen“, sagt Dipl.-Ing. Kristina Sassenscheidt, Sprecherin des Denkmalschutzamtes und fügt hinzu: „aber solange wir uns noch in den Gesprächen mit den Eigentümern befinden, möchten wir dazu keine weitere Stellungnahme abgeben.“ Die Gespräche laufen, man suche derzeit nach neuen Terminen, versicherte Pastorin Wichern. Harald Rösler, Bezirksamtleiter im Bezirk Hamburg-Nord lässt derzeit prüfen, ob eine finanzielle Förderung für den Erhalt des Kirchengebäudes durch die Stadt in Frage kommt. „Wenn es finanzielle Möglichkeiten gibt, dann gebe ich selbstverständlich dem Denkmalschutz den Vorrang“, so Rösler im Gespräch. Gibt es die nicht, dann wird es schwierig. „Die Pastorinnen können nach eigener Aussage die Kirche nicht halten“, so Rösler weiter. Daher müsse man sich für „realistische Lösungen“ einsetzen. Die mögliche Abriss der Frohbotschaftskirche stand jetzt auch auf der Tagesordnung des zuständigen Regionlausschusses. (nk)
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