Abriss und Neubau

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Schon bald könnte die „alte“ Frohbotschaftskirche abgerissen werden. Das Gebäude ist nicht mehr zu retten. Laut Konzept könnte hier ein soziales Zentrum für den Stadtteil entstehen. Foto: nk
 
Die Schäden an der Frohbotschaftskirche sind immens: Pastorin Maren Wichern zeigt, was alles saniert werden müsste.

Die Frohbotschaftskirche ist nicht zu retten

Dulsberg. Sie ist das Wahrzeichen auf dem Dulsberg, aber zu kostspielig: die Frohbotschaftskirche. Nun soll das Gotteshaus einem sozialen Zentrum weichen. Das Konzept steht. Die Kirche auf dem Dulsberg, die Frohbotschaftskirche, ist alt, sanierungsbedürftig und eigentlich gar nicht für die heutigen Ansprüche an Kirche und Kindergarten geeignet. Doch die Gemeinde hat als oberstes Ziel, Kirche auf dem Dulsberg am Straßburger Platz zu bleiben – und das auch noch in den nächsten 50 oder 100 Jahren. „Wir haben viel umbauten Raum, aber wenig davon können wir wirklich nutzen“, sagt Pastorin Maren Wichern. Und den zu unterhalten, ist teuer. Doch das Geld fehlt. Zu hoch wären außerdem die Investitionen in die notwendigen Sanierungsmaßnahmen an den Außenseiten des Kirchenschiffs, Turm und Gemeindehaus. Und die Schäden an dem Gotteshaus sind nicht zu unterschätzen: Die Fugen in der Fassade sowie alle Kirchenfenster müssten erneuert und die Risse im Kirchenschiff beseitigt werden. Hier kann Wasser in das Mauerwerk eindringen. Und auch der Kirchturm ist marode; muss saniert werden. Allein für das Kirchenschiff würden kurzfristig 165 000 Euro an Geldern benötigt; bis 2017 sogar noch einmal 155 000 Euro. Rechnet man noch die Instandsetzung des Kirchenturms und des Gemeindehauses dazu, steigert sich die Summe sogar auf über eine halbe Million Euro. Zu viel für die Kirche auf dem Dulsberg. „Diese Mittel stehen uns so gar nicht zur Verfügung“, erklärt die Pastorin weiter. Daher würde man nun ganz andere Pläne verfolgen: den Abriss und den Neubau einer neuen, kleineren, moderneren Kirche. Das Konzept steht. Auf dem Dulsberg könnte schon bald ein neues soziales Zentrum entstehen. Das Gelände, auf dem die Kirche derzeit steht, könnte in drei Teile aufgeteilt werden: ein Teil für eine kleinere Kirche, ein Teil für die Kita und ein Teil für das SOS Kinderdorf, das dort ein Familienprojekt auf die Beine stellen wollen.
Mehr Platz für Kinder
„Wir als Kirche würden kleiner bauen, die Kita könnte sich vergrößern“, so Wichern weiter. Das ist dringend notwendig, da die Kita aufgrund ihrer räumlichen Situation zur Zeit keine Krippenplätze anbieten kann. Auch das Außengelände ist für spielende Kinder zu klein und unattraktiv.
Doch es gibt Widerstand gegen den Abriss der Kirche. „Das Denkmalschutzamt hat Bedenken“, so Wichern weiter. Bislang will das Amt einem Neubau nicht zustimmen. Gehört die Kirche doch in ein von Fritz Schumacher entworfenes Ensemble auf dem Dulsberg. „Aber wir stehen in Verhandlungen“, sagt die Pastorin weiter. Sie ist optimistisch, dass man eine Lösung finden wird. Sie könne sich auch vorstellen, dass der Kirchturm als Wahrzeichen des Dulsbergs erhalten bleiben kann.
Wenn sich die Pastorin etwas wünschen dürfte, dann würde es ein schneller Abriss und Neubau sein. Eine Umsetzung des Konzeptes in den nächsten fünf Jahren. Denn mittlerweile wird seit 35 Jahren an der Kirche „herumgeplant“.
Immer wieder war von Sanierung und Umbau die Rede. Da man zu keiner Lösung kam, lässt der bauliche Zustand der Kirche nun zu wünschen übrig. Was bleibt: Abriss zugunsten einer kleineren Kirche, damit das, was der Gemeinde am Wichtigsten ist, erreicht werden kann: Kirche auf dem Dulsberg zu bleiben. (nk)
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