Abwärtstrend in Bramfeld und Steilshoop?

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Schaukeln im Innenhof des sanierten Saga-Rings 6: wie stark ist das soziale Gefüge Steilshoops? Foto: tel
Aktuelle Zahlen des Statistikamts werden von CDU und Bezirksamt Wandsbek unterschiedlich ausgelegt

Von Michael Hertel
Bramfeld/Steilshoop
„Seit 2004 entwickeln sich die Stadtteile Bramfeld und Steilshoop negativ“, meint der CDU-Bezirksabgeordnete Sandro Kappe und verweist auf jüngste Zahlen aus dem Sozialmonitoring des Statistikamts Nord. Demnach gebe es in diesen Stadtteilen beispielsweise weniger Kindergärten, aber deutlich mehr Leistungsempfänger (nach der Sozialgesetzgebung) als früher. Das Bezirksamt Wandsbek ist mit dieser Interpretation allerdings nicht einverstanden und weist auf eine Fülle von Maßnahmen und Verbesserungen hin.

Zahlen für Bramfeld

Einige nackte Zahlen: In Bramfeld lebten 2016 rund 51.000 Menschen und damit etwa 850 mehr als im Jahr 2004. Der Anteil der Ausländer nahm um 1,5 Prozent auf nunmehr 10,5 Prozent zu. Bei den Menschen mit Migrationshintergrund lag die Zunahme gegenüber 2010 bei 5,3 Prozent (aktueller Anteil an der Gesamtbewohnerschaft: 26,8 Prozent). Der Anteil der Leistungsempfänger stieg um 3,1 Prozent auf 10,2 Prozent. Positive Entwicklungen gab es bei der Anzahl der Wohnungen um plus 750 auf jetzt 27.512 und der durchschnittlichen Wohnungsgröße. Dafür nahm die Zahl der Sozialwohnungen seit 2004 dramatisch um 34.808 auf jetzt 1884 ab, ihr Anteil am Wohnungsmarkt schrumpfte von 18,6 Prozent auf 6,8 Prozent.

Zahlen für Steilshoop

Noch stärker sind die Ausschläge in Steilshoop: Bei leicht geschrumpfter Bevölkerung (minus 188 auf jetzt 19.328) stieg die Zahl der Ausländer um 3,7 Prozent auf 21,4 Prozent, der Menschen mit Migrationshintergrund um 8,4 Prozent auf 48,4 Prozent und der Leistungsempfänger von 12,1 Prozent auf 23,8 Prozent. Die Zahl der Sozialwohnungen nahm um 3134 auf 2960 ab, ihr Anteil am Gesamtwohnungsmarkt reduzierte sich von 70,6 Prozent auf 33,9 Prozent.

„Stabile Entwicklung“

Grundsätzlich seien die heutigen Zahlen der Leistungsempfänger mit denen vor Einführung der Hartz-IV-Reformen nicht zu vergleichen, heißt es aus dem Bezirksamt. Und weiter: Die Anzahl der Wohnungen ist in beiden Stadtteilen seit 2003 gestiegen, der Anteil der SGB II-Bezieher (Grundsicherung) in Bramfeld zum Teil gesunken. Im Sozialmonitoring erreicht Bramfeld den Status „mittel“. Die Entwicklungstendenzen sind für Bramfeld und Steilshoop „überwiegend stabil“. Gegen die Defizite und Imageprobleme Steilshoops reagieren Senat und Bezirk seit Mitte der 1980er-Jahre mit städtebaulichen Nachbesserungen, und auch Wohnungsvermieter wie Saga und Vonovia (ehemals GAGFAH) investieren große Summen in den Bestand. Hinzu kommen Maßnahmen wie die Rahmenplanung Steilshoop-Nord, die Erneuerung der Mittelachse, die Umgestaltung der Gründgensstraße, die aktuelle Instandsetzung von Nebenflächen, der Bau des Marktplatzes Steilshoop oder der Schulneubau „Campus“ und schließlich die geplante U-Bahnlinie 5, um nur einige zu nennen, die zur Attraktivitätssteigerung des Stadtteils beitragen (werden).
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