Ackern in Gemeinschaft

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Auch beim Kartoffelroden sind die Barsbüttler gemeinsam aktiv Foto: Ina Ahlrichs
 
Ina und Jörn Ahlrichs Foto: Möller

40 Jahre Bürgerverein Barsbüttel: Engagement in Europa und vor Ort

Von Christa Möller
Barsbüttel
Die Gebietsreform ist schuld: Weil seit dem Zusammenschluss vor 41 Jahren auch Willinghusen, Stemwarde und Stellau zu Barsbüttel gehören, wurde der Verkehrsverein gegründet, um die Bürger zusammenführen zu können. Daraus entstand ein Jahr später der Bürgerverein Barsbüttel mit dem Ziel, die Freizeit in der neuen Samtgemeinde zu gestalten, wie sich Jörn Ahlrichs erinnert. Der 68jährige Versicherungskaufmann ist seit 2005 erster Vorsitzender des Bürgervereins. „Barsbüttel hat insgesamt etwa 13.000 Einwohner. Etwa 600, auch aus den Eingemeindungen, sind Mitglieder im Bürgerverein“, freut er sich über seine engagierten Mitbürger. Denn viele von ihnen nutzen nicht nur die zahlreichen Angebote des Vereins, sondern sie engagieren sich hier auch. Jörn Ahlrichs ist vor 37 Jahren Vereinsmitglied geworden, nachdem er mit Ehefrau Ina von Rahlstedt, wo sich das Ehepaar ehrenamtlich im Mieterverein einsetzte, nach Barsbüttel gezogen war. Im Bürgerverein Barsbüttel kümmert sich Ina Ahlrichs, die ihren Mann als Versicherungskauffrau in seiner Agentur unterstützt, unter anderem um die Kontakte zu den Partnerstädten, seit diesem Jahr als Sprecherin der Abteilung Städtepartnerschaften. Davor setzte sie sich im inzwischen aufgelösten Barsbütteler Club für europäische Partnerschaften für den Austausch ein. Die Gemeinde pflegt lebhafte Kontakte mit Guipavas in der Bretagne, seit 1986 erste Partnerstadt Barsbüttels, aber seit 1990 auch mit Graal-Müritz, seit Mai 1993 mit Keila in Estland und seit 2005 mit Callington in Großbritannien. Der Bürgerverein, laut Satzung gegründet zum Zweck der Förderung der Kunst und Kultur, der Heimatpflege und Heimatkunde sowie der internationalen Gesinnung und der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens, ist vielfältig aktiv. Jörn Ahlrichs erinnert noch Radtouren auf der alten Trasse der Autobahn 24, es folgten mehrtätige Fahrradtouren mit Erwachsenen und Kindern, und regelmäßig werden Reisen angeboten. Unter anderem begeisterten Ziele in Frankreich, dem Baltikum, Spanien, der Schweiz, Italien und England.
Eifriger Organisator der Reisen und der ebenso beliebten Theaterfahrten zu Aufführungen in Hamburg ist der 2. Vorsitzende Peter Frank.
Fleißig sind die Mitglieder auch dabei, wenn die Aktion „Sauberes Schleswig-Holstein“ ansteht. Eine größere Gruppe von Flüchtlingen aus Syrien hat übrigens ebenfalls mitgeholfen. Beim Erntedankfest steht ebenfalls erstmal Arbeit an. Jörn Ahlrichs erinnerte sich noch daran, wie er als Kind begeistert Kartoffeln gestoppelt hatte. Das wollte er auch den Barsbüttlern ermöglichen. Das Problem: Wo heute maschinell Kartoffeln geerntet werden, bleibt nichts übrig. Deshalb gibt es seit 25 Jahren eine Absprache mit einem Landwirt, der ein paar Reihen Kartoffeln für das Erntevergnügen übrig lässt. „Wir haben schon mal mit über hundert Leuten auf dem Acker Kartoffeln ausgebuddelt“, so Ahlrichs. Seine Vorgänger Manfred Jauß (1975-1976), Günter Bock (1976-1982) und besonders Hans-Dieter Ellerbrock (1982-2005) prägten den Verein, der auch mit Basaren für Hobbykünstler, Spiel- und Bastelnachmittagen oder sportlichen Aktivitäten für gemeinsamen Freizeitspaß sorgt.
Aber nicht nur innerhalb des eigenen Vereins sind die Mitglieder tätig, sie organisieren auch das Sommerfest der Vereine und Verbände, das am Sonnabend, 12. September, auf dem Gelände der Erich Kästner-Gemeinschaftsschule wieder Gelegenheit bietet, sich über die vielen Aktivitäten zu informieren. Seit November laufen die Vorbereitungen dazu. Mit sprachlicher Unterstützung sollen dieses Mal auch die in Barsbüttel lebenden Flüchtlinge dazu Gelegenheit haben. Und für die kleinen Besucher werden wieder zahlreiche Spiele angeboten.
Groß gefeiert wird schon vorher: Am Sonnabend, 13. Juni, werden 250 Mitglieder und geladene Gäste in der Erich Kästner-Gemeinschaftsschule das 40-jährige Bestehen feiern, darunter auch Vertreter der Partnerstädte. Auf dem Programm stehen unter anderem Auftritte der „Showband 2000“, der Peter-Fleschner-Band und des Mitmachtheaters „Dünnes Eis“. Am Abend wird Dis Jockey Thomas Suck für Unterhaltung sorgen.
Noch ist nicht mal Sommer, aber im Bürgerverein wird schon über Weihnachtsmärkte nachgedacht. In diesem Jahr wird der traditionelle Termin verlegt, damit vom 27. bis 29. November auch Interessierte aus den Partnerstädten dabei sein können.
Ein Problem trotz vieler eifriger Mitglieder ist der mangelnde Nachwuchs. „Die meisten sind 50 plus. Wo wollen wir in zehn Jahren stehen, wenn der Bürgerverein 50 wird?“ fragen sich die beiden und hoffen auf Unterstützung durch jüngere Leute, die ihre Ideen einbringen wollen.

Weitere Infos unter www.buergerverein-barsbuettel.de
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