Ärger in der Friedenstraße

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Sarah Wintzer geht gerne mit Hündin „Emma“ in den Auslauf. Ihr gefällt es dort. Die genervten Anwohner fordern, den Hundeauslauf zu verlegen.Foto: Lublow

Hundegebell nervt Anwohner am Jacobipark

Von Sylvana Lublow
Eilbek. In der Friedenstraße ist es seit etwa zwei Jahren
alles andere als friedlich. Schuld daran sind Hunde, genauer: ein Hundeauslauf im Jacobipark. Der wurde nämlich angelegt, ohne an die dortigen Bewohner zu denken – direkt an der Straße und somit in voller Sicht- und vor allem Hörweite der Mietshäuser. „Von morgens halb acht bis spät abends hören wir das laute Gebell der Hunde“, beschwert sich Karl-Heinz Rahfs, Bewohner des Hochhauses Nummer 23, das direkt gegenüber des Auslaufs steht. 72 Mietparteien leben hier. Ihre Balkone bieten einen schönen Ausblick auf den Jacobipark – den die Bewohner allerdings kaum noch genießen können. „Wenn wir auf dem Balkon sitzen, ist der Lärm der Hunde nicht auszuhalten“, sagt auch Bewohnerin Christel Meyer: „Ich habe selber einen kleinen Hund, aber ich würde nie in den Auslauf gehen.“ Denn die Hundebesitzer würden ihre Vierbeiner dort regelrecht zum Bellen anregen. „Die fahren sogar mit ferngesteuerten Spielzeug-Autos zwischen den Hunden. Ist doch klar, dass die dann bellen“, sagt sie. Rücksicht würden die Benutzer des Hundeauslaufs jedenfalls nicht auf die Anwohner nehmen. „Wenn man mal etwas sagt, bekommt man aggressive Antworten.“ Karl-Heinz Rahf wusste sich keinen Rat mehr. Also trug er die Hunde-Problematik dann auf der letzten Regionalausschuss-Sitzung Wandsbek-Kern vor und wurde vom CDU-Vertreter Axel Kukuk unterstützt. „Es wurde einstimmig beschlossen, einen Antrag auf Verlegung des Hundeauslaufs einzureichen“, informiert Rahfs. „Dort wurde zugegeben, dass man damals wohl nicht richtig nachgedacht hatte, als der Hundeauslauf gebaut wurde.“ Der Platz war früher eine Minigolfanlage. „Wir haben nichts gegen Hunde und wissen auch, dass die mal bellen. Aber das hier ist einfach zu viel“, sagt Rahfs, der vor kurzem 15 Vierbeiner auf dem Platz zählte. „Wenn die alle bellen, ist es wirklich schlimm. Nur wer das selber gehört hat, weiß, wovon wir reden.“ Seit 50 Jahren lebt das Ehepaar Rahfs in der Friedenstraße. Doch nicht nur die überwiegend älteren Mieter fühlen sich vom Gebell terrorisiert. Auch ein junger Mann - ebenfalls Hundebesitzer, der deshalb lieber anonym bleiben möchte - bestätigt die unerträgliche Situation: „Ich wohne auch in der Friedenstraße, gehe aber nie in den Auslauf, weil mich dieses ständige Gebell und das Geschrei der Hundehalter sehr nervt“, sagt er. Auch sein Balkon liege vor dem Auslauf. „Ich höre den Lärm von morgens bis abends. Es ist wirklich schlimmer als Flugzeuglärm.“
Sarah Wintzer geht öfter mit ihrem Jack-Russel-Mix „Emma“ in den Auslauf. „Es ist dort durchaus mal voll, aber die Hundehalter achten darauf, dass ihre Hunde nicht ständig bellen“, sagt sie. Ausnahmen würde es aber auch hier geben. „Der Auslauf ist sehr schön und wird deshalb gerne genutzt.“
Karl-Heinz Rahfs wünscht sich für beide Parteien eine alternative Lösung. „Der Jacobipark ist groß. Der Auslauf könnte an eine Stelle verlegt werden, die nicht unmittelbar von Wohnhäusern umgeben ist.“ Mit dieser Lösung würde wohl auch endlich wieder Frieden in die Friedenstraße einkehren. (sl)
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