Aktionstag „Lebendige Alster“ sucht Helfer

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Gewässer-Experte Lars Panzer vor einer Staustufe in Poppenbüttel. Der Höhenunterschied von einem Meter ist für die meisten Wanderfische ein unüberwindliches Hindernis Foto: tel

Abbau der Hindernisse im Alsterlauf und in weiteren Gewässern geplant. Chance für Wanderfische

Wandsbek „Ich war gar nicht unglücklich über die gerissene Kette. Dadurch war wenigstens kurzzeitig die Durchgängigkeit für Fische gewährleistet, und die Paddler mussten ihre Boote nicht mehr umtragen“, erklärt Lars Panzer (39). Der NABU-Umweltwissenschaftler spielt auf den erst kürzlich behobenen Schaden am Tor der Poppenbüttler Schleuse an (das Wochenblatt berichtete). Dort sorgte die gerissene Kette des Schleusentores zeitweilig für die von Naturschützern so ersehnte Durchgängigkeit für Fische, ließ jedoch auch den darüber gelegenen Schleusenteich teilweise leerlaufen. Panzer wünscht sich keine zufällige, sondern eine gewollte Durchgängigkeit, damit selten gewordene Wanderfische wie Meerforelle, Atlantischer Lachs oder Aal in Hamburger Gewässern wieder heimisch werden. Um das zu erreichen, müssen Wanderhindernisse wie Schleusen und Wehre entweder entfernt oder durch sogenannte Fischaufstiegsanlagen (Volksmund: Fischtreppen) ergänzt werden. Panzer: „Das entsprechende EU-Gesetz schreibt vor, dass die Gewässer in einen guten biologischen Zustand versetzt werden müssen.“ Es ist also kein Zufall, dass auch die Hamburger Umweltbehörde in Sachen Durchgängigkeit aktiv geworden ist. Jüngst wurden Rathaus-, Mühlen- und Fuhlsbüttler Schleuse entsprechend umgebaut. Jetzt ist die Poppenbüttler Schleuse (nach der Kettenreparatur) wieder Sackgasse für die Fische. Bis zum Jahr 2019, verspricht Senator Jens Kerstan, sollen drei weitere Fischpassagen am Alster-Oberlauf gebaut werden – an der Wohldorfer-, der Mellingburger- und eben der Poppenbüttler Schleuse. Dann steht der Fischwanderung durch die 56 Kilometer lange Alster, die immerhin auf rund 18 Kilometern durch den Bezirk Wandsbek fließt, nichts mehr im Weg. Zufrieden ist der NABU-Experte damit noch nicht: „Nimmt man die entsprechenden EU-Vorschriften genau, müssen auch Bille, Wandse, Tarpenbek, Osterbek und Engelbek entsprechend umgebaut werden.“ Eigentlich sollte dies schon bis 2015 geschehen sein. Panzer hofft, dass diese kleineren Gewässer bis 2021 ebenfalls durchgängig bewandert werden können. Für den guten biologischen Zustand braucht es aber nicht nur weitere Finanzmittel sondern noch eine Menge ehrenamtlicher Hilfe. (tel)

Der alljährliche Aktionstag zur „Lebendigen Alster“ findet am Sonnabend, 17. September, statt. Panzer: „Alle, die mit anpacken können, sind herzlich eingeladen“. Treffpunkt: 10 Uhr U-Bahnhof Ohlstedt; bitte anmelden unter info@lebendigealster.de oder Telefon 01578-5925260. Weitere Infos: Lebendige Alster
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